Expertenempfehlung: Pkw-Abstellplätze müssen in die Breite gehen

Expertenempfehlung
Pkw-Abstellplätze müssen in die Breite gehen

Dass der Fachbereich Bau des Bundesverbandes öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) sich zu Autos äußert, ist eher selten. Doch seine Forderung nach mehr Raum ist wichtig.
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BerlinDie Erfahrung, dass es in Parkhäusern, Tiefgaragen und Wohnsiedlungen zunehmend schwerer fällt, einen ausreichend breiten Stellplatz zu finden, machen Autofahrer immer häufiger: Während die Fahrzeuge im Lauf der Jahrzehnte in die Breite gegangen sind, orientiert sich die Bauplanung nach wie vor an Vorgaben aus den 70er Jahren, als ein Golf beispielsweise noch um 17 Zentimeter schmaler war als heute. Der aktuelle Mittelklässler Toyota Avensis misst ohne Spiegel 1,81 Meter und der Land Cruiser aus gleichem Hause ist sogar 1,89 Meter breit. Dazu gesellen sich jeweils noch die Maße der Außenspiegel.

Besonders eng geht es beim Parken zu, wenn nicht mehr als der vorgeschriebene Richtwert von 2,3 Metern ausgewiesen wird. Dann stehen die Fahrzeuge "Lackschaden-trächtig" Tür an Tür, und selbst sehr schlanken und gelenkigen Menschen fällt das Ein- und Aussteigen schwer.

Der Fachbereich Bau des Bundesverbandes öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) empfiehlt deshalb dringend die Umstellung auf zeitgemäßere Stellplatzbreiten.

Die erste Empfehlung lautet, die Mindestbreite auf 2,5 Meter zu erhöhen. Parkbuchten, die auf einer Seite begrenzt sind (z.B. durch eine Mauer), sollten 2,65, beidseitig begrenzte Stellplätze sogar 2,75 Meter breit sein. Die Vorschläge gehen von 1,85 Meter Fahrzeugbreite und einem Türöffnungswinkel von 30 Grad aus. Plätze dieses Formats sind laut BVS von etwa 85 Prozent der neuen Fahrzeuge nutzbar.

Kommentare zu " Expertenempfehlung: Pkw-Abstellplätze müssen in die Breite gehen"

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  • Ja, die Autos werden immer breiter gebaut - Die Parkplätze nicht. Bisher hat noch niemand den Punkt errechnet, ab wann es günstiger ist die Parklätze breiter zu bauen, weil einzelne Fahrzeuge sich einfach auf zwei Parkplätze gleichzeitig stellen (müssen) und somit immer weniger Fahrzeuge in die Parkhäuser passen. Schickt doch mal ein paar Studenten zur Erhebung von prozentualen Daten in die Hauptstadt-Parkhäuser. Dann hätten wir schnell Klarheit und wir könnten uns das fruchtlose Geärgere über "Leute, die nicht einparken können" und viele Blechbeulen samt Fahrerflucht, sparen.

    Übrigens ... Die breiten Fahrzeuge dürfen ja auch nicht auf den Überholspuren von Autobahnbaustellen fahren ... Auch hier wird entweder gejammert oder bestraft ... Statt etwas zu ändern ... Zum Beispiel: die Verordnungen über die Einrichtung von Autobahnbaustellen oder die Vorgaben über die Zulassung von Automassen für den Straßenverkehr.

    Übrigens frage ich mich tatsächlich, welche Wahl ich als Autokäufer habe. Selbst bei Klein- und Mittelklassewagen haben sich die Breitenmaße mit den neuen Modellen erhöht.

  • Noch weniger Parkplätze sind doch gut! zumindestens wenn man den Umweltgedanken, den Herr "Thilo" so hervorhebt, in den Vordergrund stellt. Weniger Platz, also steigt der Druck, gerade in Städten die öffentlichen verkehrsmittel zu nutzen...also wo ist das Problem Herr "Thilo" ?
    Ich bin auch dafür, dass Parkplätze größer werden müssen. Allerdings haben die Autohersteller natürlich mit Schuld daran, ganz klar. Aber auch der Gesetzgeber, der immer mehr Sicherungen vorschreibt und die gehen halt manchmal mit mehr Material einher und wenn man den Innenraum nicht beschneiden will, gehts halt in die Breite (Seiten-Crash-Strukturen). In meine Garage komme ich auch nur knapp mit ausgeklappten Spiegln. Zudem manche Spiegel an Autos eher an Bus-Spiegel erinnern. Unser schmaler Toyota Yaris von 2006 passt wegen der riesigen Spiegel gerade so in die Garage, rechts und links jeweils. 3cm Platz! Mein 3er BMW von 2004 hatte denselben Platz, trotz wesentlich breiterer Karosse...Warum braucht man so riesige Spiegel?...der wird doch eh nie benutzt, wie man täglich auf den Strassen feststellt. Zudem sollte die Fahrzeugbreite immer die Gesamtbreite sein, keine Ahnung was sich der Gesetzgeber dabei gedacht hat, dass die Spiegel nicht mitzählen.

  • Mit Verlaub: Wenn ich mir hier so die eigentümlichen Kommentare einiger User angucke, frage ich mich, ob wir in Deutschland nicht einen Studiengang für angehende Blockwarte anbieten sollten. Da könnte man dann lernen, wie man Verbotsschilder richtig anfertigt und seine Mitmenschen größtmöglich drangsaliert. Liebe User: Autos sind heute größer als früher - fast jeder, der es sich leisten kann, setzt auf Komfort - auch in der kleineren Polo-Klasse. Gleichzeitig werden die Menschen älter und wohlstandsbreiter. Das ist so und wir sollten bei aller Kritik im Detail Respekt auch vor deren Bedürfnissen haben. Und die Parkplätze sind in vielen Parkhäuser wirklich extrem eng und unkonfortabel. Wo es geht, sollte man in Zukunft etwas mehr Palt schaffen. Das hilft uns allen - auch den Schlanken, die dann zumindest weniger Beulen in ihren Autotüren haben.

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