Fahrbericht Ford Transit
Der klassische Kasten

Nach rund sieben Jahren renoviert Ford den Klassiker Transit und macht den Ladeprofi optisch moderner, geräumiger sowie sparsamer. Jetzt war der Neuzugang der seit 1965 existierenden Baureihe erstmals zu fahren.
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Ford Transit? Wurde doch schon 2012 neu aufgelegt. Stimmt zwar, ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Autohersteller hat das ohnehin schon komplexe Modellprogramm weiter diversifiziert und unterscheidet bei dem seit 1965 unter dem Namen Transit laufenden Ladeexperten nun zwischen kleiner und großer Baureihe.

Der kleinere Transporter mit dem Namenszusatz „Custom“ verfügt über bis zu einer Tonne Nutzlast, während der jetzt vorgestellte klassische Transit bis zu 2.200 Kilo schleppen darf. Außerdem sind die beiden Varianten optisch zu unterscheiden – allerdings haben die Gestalter auch bei der größeren Ausgabe auf emotionales Design geachtet. So kommt der Kasten mit markant gestalteter Front daher und soll offenbar für optische Kaufanreize sorgen.

Beim Antrieb allerdings stehen die Zeichen ganz auf Effizienz und Nutzwert. Es gibt hierzulande nur einen einzigen Dieselmotor mit vier Zylindern – er leistet entweder 100 PS, 125 PS oder 155 PS. Die Verbräuche belaufen sich auf 6,4 bis 9 Liter Diesel je 100 Kilometer für den schweren 470 L4 mit langem Radstand und der höchsten Nutzlast, was 169 respektive 236 g CO2/km entspricht.

Die Preise für das Grundmodell liegen zwischen 32.368 und 34.986 Euro (brutto), die Spitzenversion kostet ab 45.041 Euro. Weder gegen Geld noch gute Worte wird es künftig das ehemalige Topmodell mit 3,2 Litern Hubraum und 200 PS geben. Die Nachfrage sei einfach zu gering gewesen, erklärt der globale Produktplaner Hank Azuka Odogwu.

Eine erste Ausfahrt mit dem neuen Transit erfolgt im zu erwartenden Volumenmodell. Sven Ludwig, Produktmarketing-Leiter Nutzfahrzeuge, sieht die Hälfte der Käufer in der 125 PS-Variante unterwegs. Und das Triebwerk reicht in der Tat, um den Verkehr im Fahralltag zu bestreiten. Ein Beschleunigungswunder ist der wahlweise mit Front- oder Heckantrieb lieferbare Ford jedoch kaum, doch schon früh anliegende 350 Nm (ab 1.450 Touren) packen ordentlich an. Subjektiv wirkt die 155 PS-Ausführung nicht deutlich spritziger.

Ein Blick in das Datenblatt erklärt, warum: Mit 35 Nm fällt das Drehmoment-Plus nämlich keineswegs üppig aus – da dürften viele Interessenten lieber weitere 1.071 Euro in Sicherheitstechnik (Auffahr-Warnsystem und aktiver Tempomat) investieren. Im Gegensatz dazu gibt es ein elektronisches Stabilitätsprogramm mit umfangreichen Funktionen wie Anhängerstabilisierung und Überrollschutz frei Haus.

Ein bisschen Pkw-Komfort bietet die Version „Trend“ mit serienmäßiger Klimaanlage und Tempomat ab 34.510 Euro brutto. Und es sind natürlich praktische Kleinigkeiten, die das Autofahrer-Leben mit dem Transit erleichtern. Statt den Tankdeckel umständlich aufzuschließen, muss nicht einmal mehr einer abgeschraubt werden. Easy Fuel heißt das Zauberwort – einfach die Klappe auf und die Zapfpistole in die Öffnung führen.

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