Fahren in Tokio Fahrtraining auf dem Parkhaus-Dach

Wer das Abenteuer liebt, möge sich hier ans Steuer eines Pkw setzen: Der Straßenverkehr in Tokio ist ein Erlebnis der besonderen Art - angefangen beim Fahrtraining auf dem Dach eines Einkaufszentrums.
  • Jörg Schwieder
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  • Spotpress
Landesweit gibt es in Japan unter den 1.300 Fahrschulen des Landes nur eine Handvoll auf dem Dach eines Gebäudes. Die Kanamachi Driving School war die erste im Großraum Tokio Quelle: Jörg Schwieder/SP-X
Fahrtraining auf dem Dach eines Gebäudes

Landesweit gibt es in Japan nur eine Handvoll Fahrschulen auf dem Dach eines Gebäudes. Die Kanamachi Driving School war die erste im Großraum Tokio

Es ist eng. Und es ist voll: 38 Millionen Einwohner leben in der größten Metropolregion der Welt. Dazu kommen Millionen von Pendlern. Tokio, Megalopolis auf der Fläche von Schleswig-Holstein. Linksverkehr. Lenkrad auf der Beifahrerseite. Das Navi ist sehr höflich, spricht aber ausschließlich japanisch. Wenn der Verkehr auf den etwa 24.000 Straßenkilometern im Großraum Tokio-Yokohama für Einheimische schon eine Herausforderung ist, dann wird das Abenteuer Autofahren zum Alptraum für unerfahrene Europäer.

Diese Stadt scheint entweder aus einem Gewirr von Einbahnstraßen zu bestehen oder aus vierspurigen Autobahnzubringern, die unvorsichtige Touristen unweigerlich auf das Schnellstraßen-Netz befördern. Weil Letzteres sich zum Großteil auf Stelzen und in mehrstöckigen Ebenen kunstvoll verschlungen durch die Stadt windet, kann der Fahrer nun getrost einen Blick auf und in die vorbeiziehenden Bürotürme wenige Meter neben der Fahrbahn werfen. Sightseeing bei durchschnittlich 18 Stundenkilometern, der statistischen Durchschnittsgeschwindigkeit in Tokio. Bis zur nächsten Abfahrt dauert es jetzt ein wenig.

Inhaber Inoue Takeshi hatte schon vor über 40 Jahren die Idee, seine Fahrschule ein paar Stockwerke nach oben zu verlegen Quelle: Jörg Schwieder/SP-X
Über den Dächern von Tokio

Inhaber Inoue Takeshi hatte schon vor über 40 Jahren die Idee, seine Fahrschule ein paar Stockwerke nach oben zu verlegen.

Die japanischen Behörden stellen deutschen Touristen in der Regel problemlos eine befristete Fahrerlaubnis aus. Das dauert einige Wochen und benötigt viel Formularkram, aber voilà, mit etwas Geduld bekommt man dann eine ins Japanische übersetzte Kopie zurück. Wer jetzt tatsächlich vorhat, sich in dieser Stadt auf eigene Faust und mit vier Rädern zu bewegen, sollte sich zunächst trotzdem einige Fahrstunden in einer Fahrschule gönnen. Die von uns gewählte „Kanamachi Driving School“ ist allerdings ein Sonderfall, selbst für diese Stadt.

Ein Lift führt auf das Dach eines Einkaufszentrums. Inhaber Inoue Takeshi hatte schon vor über 40 Jahren die Idee, seine Fahrschule ein paar Stockwerke nach oben zu verlegen. In der Satellitenstadt Kanamachi, vor den Toren Tokios, fand er das ideale Gebäude dafür. Er sei der Erste in ganz Tokio gewesen, der diese Idee hatte, erzählt er.

Ein stabiler Zaun markiert ringsum die Grenze zwischen Asphalt und Abgrund. Ein Bahnübergang über Ampelkreuzungen. Eine scharfe S-Kurve. Engstellen mit Bordsteinkante. Parksituationen. Eine Rampe mit einer Steigung von neun Prozent. Ein bunter Parcours, beinahe wie für fahrradfahrende Schüler in Deutschland.

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7 Kommentare zu "Fahren in Tokio: Fahrtraining auf dem Parkhaus-Dach"

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  • Ralph S.25.08.2016, 12:45 Uhr
    Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.

  • Ralph S.17.08.2016, 15:55 Uhr
    Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Ralph S.05.09.2016, 11:33 Uhr
    Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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    Nach ein wenig googlen weiß man, dass man mit einem deutschen Führerscheint bereits mit einer japanischen Übersetzung als Tourist in Japan Auto fahren darf. Diese Übersetzung stellt das ADAC-Äquivalent "JAF" binnen zwei Stunden aus. Danach darf man sofort losfahren...und könnte z.B. ein Auto in der Japan-weiten Vermietfirma "Nippon Rent-a-Car" ab ca. 50 EUR pro Tag anmieten, wo alle Fahrzeuge ein Navisystem haben, dass sich ebenfalls auf Englisch umstellen lässt.
    Wenn man in Japan lebt, kann man einen deutschen Führerschein mit ein paar Dokumenten und einem Passfoto in einen japanischen Führerschein ohne jegliche Prüfungen umschreiben lassen, was bei mir letzten Monat drei Stunden gedauert hat.
    Ja, in Japan herrscht Linksverkehr. Aber das könnte man ja auch von Großbritannien kennen. Autofahren in Tokyo empfiehlt sich eher nicht, weil Parkgebühren richtig teuer sind, und es das dichteste und pünktlichste U-Bahn / Bahnnetz der Welt direkt nebenan gibt.
    Wenn man es trotzdem mal macht, weil man z.B. etwas zu transportieren hat, ist es kein Problem. Japaner fahren sehr vorsichtig und eher langsam, so dass man problemlos mithalten kann. Das Navi ist ja auf Englisch, und alles ist bestens zweisprachig ausgeschildert.
    Wenn man ein paar Tage länger im Land ist, können man z.B. problemlos auch auf's Land rausfahren. Dann bringt Autofahren wirklich was. Und man sieht deutlich mehr und ist flexibler als mit ÖPNV.
    Viele Grüße aus Tokyo!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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