Fahrer und Mitfahrer sollten auf Sicherheit achten
Gemeinsam im Auto sparen

GEMEINSAM FAHREN und sparen ist in: Das teure Benzin hat den Mitfahrzentralen in den vergangenen Monaten blendende Geschäfte beschert. Auch das Gründen von Fahrgemeinschaften im Nahbereich wird immer beliebter.

FRANKFURT. Aber: Über allen Vorteilen sollten Sicherheitsrisiken- und vorkehrungen nicht vergessen werden, rät Andreas Hölzel vom Münchner Autoclub ADAC. Wer bei anderen, womöglich Fremden, einsteige, Bekannte oder Unbekannte mitnehme, sollte sich vorher stets absichern.

Nummernschild notieren

Wer sich bei Mitfahrzentralen und in den Internetforen der reinen Web-Vermittler umhört, stößt schnell – neben viel Lob – auf immer wieder kehrende Probleme: Mal sind Mitnehmer oder Mitfahrer extrem unpünktlich, unzuverlässig, halten sich nicht an Absprachen, mal bleibt das Auto defekt liegen, mal wird auf dem Rastplatz mehr Geld als ursprünglich ausgemacht verlangt oder es fehlt nach der Toilettenpause etwas in der zurück gelassenen Tasche. „Alles schon oft genug passiert“, berichtet Lucian Scheliga, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft deutscher und europäischer Mitfahrzentralen (ADM).

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Gut beraten ist nach Ansicht von Matthias Beck, Sprecher des Autoclubs ACE in Stuttgart, der, der sich vor Antritt der gemeinsamen Fahrt Führerschein und Ausweis des Fahrers zeigenlässt, Daten und Kennzeichen notiert. Kommt es zu Problemen, weiß man wenigstens, wen man dafür zur Verantwortung ziehen kann, betont ADAC-Kollege Hölzel.

Eine Extra-Versicherung ist dagegen nicht nötig. Verursacht der Fahrer einen Unfall, sind alle Insassen über dessen Haftpflicht abgesichert. Aber auch der Fahrer sollte aktiv werden und von den Mitreisenden eine Erklärung zur Haftungsbeschränkung unterschreiben lassen. Vordrucke gibt es bei den Mitfahrzentralen mit Büro und Autoclubs. Damit sichert der Fahrer sich gegen Ansprüche der Insassen ab, die nach einem schweren Unfall von seiner Haftpflicht- oder einer anderen Versicherung nicht oder nur zum Teil gedeckt sind.

Absichern mit Extra-Police

Wer die Mitfahrgelegenheit über ein Vermittlungsbüro gebucht hat, kann sich mit einer Extra-Police gegen ein weiteres Ärgernis absichern. Bleibt das Auto des Fahrers liegen oder passiert ein Unfall, ist für das Weiterkommen gesorgt. Der Mitfahrer kann sich vom Taxi von der Autobahn oder Bundesstraße abholen und zur nächsten Bahnstation bringen lassen. Auch die Zugkarte zweiter Klasse wird von der Versicherung bezahlt. Der Service kostet beim Verband der Mitfahrzentralen in Deutschland und Europa (VDMFZ) einen Euro extra. Bei der Konkurrenz, der ADM, ist der Preis von 1,50 Euro automatisch in der Vermittlungsgebühr enthalten.

Mitfahrzentralen, die ausschließlich als Kontaktplattform für Anbieter und Suchende im Internet arbeiten, können diesen Service bisher leider nicht bieten.

Autofahrer steigen um

„Wachstumsraten von 100 Prozent sind eher die Regel als die Ausnahme“, sagte Georg Doller von Mitfahrgelegenheit.de dem „Tagesspiegel“.Und auch das Angebot Mitfahrzentrale.de verzeichnte in diesem Jahr eine erhöhte Nachfrage. Im August 2005 lagen die Zahlen 58 Prozent über denen des Vorjahres. Mitfahrzentralen führen auf ihrer Homepage Angebot und Nachfrage zusammen. Die meisten Angebote und Gesuche richten sich aber bisher an Langstreckenfahrer.

Pendler nutzen Mitfahrgelegenheiten bisher eher selten. Neue Seiten wie Pendlernetz.de wollen das jetzt ändern. Den Service gibt es bisher in Nordrhein-Westfalen, Stuttgart und seit 2004 auch in Frankfurt am Main.

Links:
»www.mitfahrgelegenheit.de
»www.pendlernetz.de

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