Fahrlässigkeit
Sekundenschlaf – Versicherung muss zahlen

Gilt eine Autofahrt trotz Übermüdung als Fahrlässigkeit? Das hängt vom Einzelfall ab, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

Ein Mann flog von Philadelphia über Paris nach Luxemburg, wo er in seinen geleasten Ford Mondeo stieg und Richtung Köln fuhr. Auf der B 51 nickte er ein, kam von der Straße ab und rammte einen Brückenpfeiler. Das Leasingunternehmen verlangte von ihm die Übernahme des Totalschadens. Laut Vertrag sei er bei "grober Fahrlässigkeit" nicht versichert. Und die liege vor, weil sich der Mann nach dem Atlantikflug offenbar übermüdet ans Steuer gesetzt habe.

Das Oberlandesgericht Koblenz schlug sich jedoch auf die Seite des Bruchpiloten (10 U 949/06). Es sei nicht bewiesen, dass er länger als eine Sekunde eingenickt sei. Und Sekundenschlaf sei eben nur grob fahrlässig, wenn Fahrer sich "über deutliche Vorzeichen der Ermüdung bewusst hinweggesetzt" hätten. Auch dafür gebe es keinen Beleg. Zwar habe der Mann nach dem Unfall zu einem Polizisten gesagt, dass er "sehr müde" sei. Diese Aussage gelte aber nicht zwingend für die Zeit vor dem Crash.

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