Fahrrad
Falträder für den Weg zur Arbeit

HB BREMEN. Klappfahrräder waren in den siebziger Jahren ebenso verbreitet wie verschrien. Sie spielen heute nur noch im Rahmen eines Retro-Trends eine Rolle. Eine neue Generation von an ein oder zwei Gelenken faltbaren Zweirädern hat sie vom Markt verdrängt.

Die modernen Falträder sind technisch anspruchsvolle Konstruktionen, die auf ein kleines Faltmaß und Alltagstauglichkeit getrimmt sind. „Im Gegensatz zu den oft aus billigen Komponenten gefertigten Klapprädern der Vergangenheit stehen die aktuellen Falträder auch für hohe Technologie und hochwertigere Materialien“, bestätigt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFF) in Bremen. Den Erfolg ihrer einfacher gesrickten Vorgänger haben die Erben in großstädtischen Ballungsräumen schon übertroffen. Experten sehen einen klaren Trend nach oben.

Dass das Interesse zunimmt, liegt an verschiedenen Vorzügen, und anders als beim Klapprad gilt die Faltbarkeit als zentraler Punkt. „90 Prozent der früheren Klappräder wurden ja nie geklappt, sondern einfach als kleine und wendige Fahrräder eingesetzt“, erklärt Frank Thies von der Firma Hartye in Hoya (Niedersachsen), Importeur von Falträdern der Marke Dahon.

„Falträder sind eine tolle Geschichte, wenn man an die Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Mobilität denkt“, meint Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad Industrie-Verbandes (ZIV) in Schwalbach im Taunus. „Man kann so ein Rad auf dem Weg zur Arbeit mit in die S-Bahn nehmen, es nach dem Aussteigen auseinander falten und dann weiter zur Firma fahren.“

Denn tatsächlich wird hier nicht nur einmal geklappt, sondern gleich mehrfach verkleinert. „Wie gefaltet wird, ist von Rad zu Rad unterschiedlich“, sagt Stefan Langohr vom Faltrad-Hersteller Riese und Müller in Darmstadt. Laut Langohr wird zunächst die Vorderachsschwinge angeklappt, dann geschieht das gleiche mit der hinteren Schwinge, schließlich wird die Sattelstütze heruntergefahren und der Vorbau umgeklappt. Am Ende hat der Eigner ein äußerst handliches Paket - je nach Modell zwischen neun und zwölf Kilogramm schwer.

Trotz ihrer kleinen Räder, der Faltmechanismen und des etwas gewöhnungsbedürftigen Aussehens sollen sich Falträder im Hinblick auf die Alltagstauglichkeit kaum von großen Rädern unterscheiden. Das gilt auch für das mögliche Tempo. „Die Laufräder sind zwar kleiner, aber die Übersetzung ist so wie bei den großen Fahrrädern“, erklärt Bettina Cibulski. „Man kann damit ganz normal schnell fahren.“ Daher sei nicht nur der tägliche Weg zur Arbeit möglich. Auch längere Radtouren seien durchaus machbar. In den Listen technischer Ausstattungen findet sich all das, was von großen Rädern bekannt ist.

Tatsächlich ist es recht schwer, bei den Falträdern Nachteile gegenüber den gewohnten Fahrradmodellen zu finden - bis auf die Preise. „Solche Falträder sind natürlich nicht ganz billig“, bestätigt Cibulski. Laut Frank Thies gibt es Einstiegsmodelle zwar bereits für rund 350 Euro - für höhere Ansprüche müssten aber schon 600 bis 1 000 Euro eingeplant werden.

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