Fahrrad-Unfall
Helm ist keine Pflicht

Eine wichtige juristische Unterscheidung: Pflicht – ja oder nein? Davon hängen zum Beispiel Schmerzensgeld-Ansprüche ab, wie jetzt ein Gerichtsverfahren nach einem Fahrrad-Unfall zeigte.

Als eine Fußgängerin trotz warnender Klingel auf den Radweg lief, legte ein Radler eine Vollbremsung hin. Sein Vorderrad blockierte; und er kippte über den Lenker. Da er keinen Schutzhelm trug, zog er sich Schürfwunden am Kopf, eine Risswunde am Ohr sowie Verletzungen an Schultern und Händen zu. Hinterher verlangte er von der Fußgängerin 5 000 Euro Schmerzensgeld, aber das Landgericht Düsseldorf sprach ihm nur 300 Euro zu. Da er zu schnell war und zudem keinen Helm trug, treffe ihn 70 Prozent der Schuld.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf war anderer Ansicht und erhöhte das Schmerzensgeld auf 2 121 Euro (I-1 U 278/06). Den Mann treffe keine Mitschuld, weil ein überhöhtes Tempo nicht bewiesen sei und weil "Freizeitfahrer ohne sportliche Ambitionen" keinen Helm tragen müssten. Die zunächst geforderten 5 000 Euro seien aber zu viel des Guten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%