„Fahrradmonitor 2013“ erschienen
Gutes Rad bleibt teuer

Durchschnittlich 2,4 Fahrräder finden sich in den deutschen Haushalten. Von den meisten Besitzern werden sie allerdings eher selten benutzt. Das könnte auch an der stark kritisierten Infrastruktur liegen.
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Das Fahrrad ist bei den Bundesbürgern unverändert ein beliebtes Verkehrsmittel, so der "Fahrrad-Monitor 2013". Diese vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung des Sinus-Instituts ergab, dass die Mehrheit der Bundesbürger zumindest gelegentlich radelt.

In der Beliebtheits-Rangliste der Verkehrsmittel belegt das Fahrrad gleich hinter dem Auto den zweiten Platz vor dem Flugzeug. In 72 Prozent der deutschen Haushalte steht mindestens ein Fahrrad.

Die Fahrrad-Nutzung ist in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben. Immerhin 35 Prozent der Befragten pendeln regelmäßig mit dem Rad zu ihrer Arbeitsstelle.

„Immer mehr Menschen kombinieren das Fahrrad mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und sind auf dem Weg zur Schule oder Arbeit intermodal unterwegs. Das ist eine positive Entwicklung“, erklärte Katherina Reichle, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, bei der Vorstellung der Studie.

Das Rad als Verkehrsmittel nutzen die meisten Radfahrer aus gesundheitlichen Gründen sowie wegen seiner Umweltfreundlichkeit und aus Gründen der Kosteneinsparung. Immerhin 57 Prozent fahren zumindest selten mit dem Fahrrad.

Das ist im Vergleich zum letzten Monitor aus dem Jahr 2011 ein leichter Rückgang. Damals waren es noch 66 Prozent. In den meisten Fällen wird das Rad für Einkäufe, kurze Erledigungen und Ausflüge eingesetzt.

Durchschnittspreis: 658 Euro

Die Mehrheit der Radfahrer fühlt sich nach der Sinus-Untersuchung im Straßenverkehr sicher, allerdings ist die Sensibilität für das Thema Sicherheit gegenüber dem Monitor 2011 leicht gestiegen. Gleichzeitig sind die Radpendler mit der Qualität der Abstellplätze an ihren Arbeits- und Ausbildungsstätten zufrieden.

Das Bild ändert sich allerdings radikal, wenn es um die Qualität der entsprechenden Plätze an Bahnhöfen oder Haltestellen geht. Hier sehen die Befragten einen großen Nachholbedarf.

Auf der Wunschliste ganz oben stehen der Aus- oder Neubau von Radwegen sowie eine Verbesserung der Beleuchtung dieser Fahrspuren. Auch die Bereitstellung von zusätzlichen Abstellmöglichkeiten im öffentlichen Raum und eine Verbesserung des Klimas im Verkehr hin zu einem optimierten Miteinander gehört zu den dringlichen Wünschen der Befragten.

Obwohl durchschnittlich bereits 2,4 Fahrräder in deutschen Haushalten vorhanden sind, planen 26 Prozent (2011: 29 Prozent) der Befragten den Kauf eines neuen Fahrrads.

Dabei ist das Interesse an E-Bikes mit 47 Prozent unverändert hoch. Tatsächlich würden sich bei einem Kauf 27 Prozent der Befragten für ein Rad mit elektrischem Rückenwind entscheiden. 2011 waren es drei Prozent weniger.

Der durchschnittliche Preis für ein Rad liegt inzwischen – nicht zuletzt dank der E-Bikes -  bei 658 Euro – 2009 waren es noch 570 Euro. In der Hitliste der beliebtesten Radtypen liegt das Stadtrad mit 39 Prozent vor dem Mountainbike (26) und dem Trekkingrad (24).

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