Finanzierung
Was Oldtimer kosten

Oldtimer mit H-Kennzeichen können günstig sein. Das gilt für Versicherung und Steuer - und bei speziellen Finanzierungskonstruktionen auch für die Anschaffung.
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DüsseldorfFür Fahrzeuge, die zum Zulassungszeitpunkt mindestens 30 Jahre alt sind und deren Besitzer über ein aktuelles Gutachten zur Erlangung des H-Kennzeichens verfügen, bieten zahlreiche Versicherer Sondertarife an, die zwar eine Begrenzung bei der Kilometerzahl vorschreiben (meist 8.000 km/Jahr), ansonsten aber deutlich unter den Tarifen liegen, zu denen sie jüngere Autos versichern. So kostet etwa ein Land Rover 88 Serie IIa des Baujahrs 1965 bei der Allianz 104 Euro Jahresbeitrag. Voraussetzung ist aber auch ein fester Stellplatz und ein weiteres zugelassenes (Alltags-)Fahrzeug.

Weil der Gesetzgeber alte Automobile als erhaltenswertes Kulturgut einstuft, hat er sich außerdem erweichen lassen, Oldtimer günstiger zu besteuern. Ein Fahrzeug, das älter ist als 30 Jahre, im Jahr 2011 also auch eine Erstzulassung von 1981, und sich in einem geprüft unveränderten, annehmbaren Zustand befindet (siehe Kasten am Textende) erhält ein historisches bzw. H-Kennzeichen. Damit muss der Besitzer nur noch 192 Steuer im Jahr entrichten, ganz gleich ob unter der Motorhaube ein Drei-Liter-Sechszylinder oder ein rund 300 PS starker V8 seinen Dienst verrichtet - und unabhängig davon, wie viel Abgas aus dem Auspuff strömt.

Eine Abgasuntersuchung bei der zweijährlichen TÜV-Prüfung entfällt, für besonders alte Fahrzeuge gilt noch nicht mal die Gurt- bzw. Anschnallpflicht. Eine rote, gelbe oder grüne Plakette für die Einfahrt in die Umweltzonen wird nicht benötigt bzw. erteilt, sie ist quasi im H-Kennzeichen enthalten.

Leasing als Variante für Selbstständige

Darüber hinaus lässt sich noch eine finanziell interessante Variante des Oldtimer-Fahrens durchrechnen. das Leasen. Wer sich zum Beispiel in einen Austin Healey Mk II verliebt hat, könne mit dem "Auto unterm Arm" zu ihm kommen, sagt marcus Keller von Leasconcept.

Die Firma schätzt den Kaufpreis des Fahrzeugs, in dem Fall des unverfälschten britischen Sportwagenklassikers wären das etwa 50.000 Euro. Für knapp 1.000 Euro im Monat lässt sich der Wagen inklusive Umsatzsteuer leasen, ohne dass er bei einem Selbstständigen zum Betriebsvermögen zählen würde und mitversteuert werden muss.

Nach vier Jahren kann der Wagen dann zu einem Restwert von 20.000 Euro übernommen werden, ist aber tatsächlich weiter seine 50.000 Euro wert, oder hat sogar im Wert noch zugelegt, entsprechende Pflege vorausgesetzt.

Eine Dienstwagensteuer wird jedoch allenfalls in Höhe des Neuwagenpreises fällig. Im Fall des Austin Healey betrug der Kaufpreis in den 60er Jahren 12.000 Mark. Das entspricht 6.000 Euro, womit dann 60 Euro an Steuern fällig würden.

Keller berichtet von einem regen Geschäft, vor allem wen an den Finanzmärkten mal wieder die Hölle los ist. Während die Neuwagen-Leasingabteilungen ächzen, weil sie mit zu hohen Restwerten für die zurückgegebenen Autos kalkuliert haben, boomt das Geschäft mit den geleasten Klassikern.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor

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