Finanzsparte will stärker Einfluss nehmen
VW gründet eigene Rückversicherung

2006 will die Finanzsparte des Volkswagen-Konzerns eine eigene Rückversicherung im Bereich Kfz-Assekuranz gründen. Zudem sollen gemeinsam mit der Allianz eigene Tarife speziell für Kunden des Wolfsburger Konzerns entwickelt werden.

HB FRANKFURT. Bislang werde bei der Berechnung eines Tarifs fast ausschließlich auf die Merkmale des Automobilbesitzers geachtet, sagte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Dienstag auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt. VW wolle es aber honorieren, wenn ein Kunde bei seinem Fahrzeug in zusätzliche Sicherheitsausstattung wie etwa Winterreifen investiere. "Das kann durchaus in einigen Fällen ganz erhebliche Vorteile haben", resümierte Pötsch. Karl-Walter Gutberlet, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG, ergänzte: "Ich würde nicht sagen, dass es zwanghaft billiger wird. Es wird anders, es bewegt sich wieder mehr hin zum Auto."

Volkswagen arbeitet seit Jahren mit dem inländischen Marktführer Allianz zusammen und hat ihm bislang rund eine Million Fahrzeuge in Deutschland vermittelt. Weitere 600 000 Autos des Konzerns versichert die Allianz im europäischen Ausland. Um aber in die Tarifgestaltung eingreifen zu können, muss VW auch das Risiko auf sich nehmen und gründet hierfür unterhalb der Tochter VW Financial Services AG (VWFSAG) eine eigene Rückversicherungsgesellschaft. Diese sei lediglich ein Vehikel, die notwendige Kapitalausstattung sei in der Sparte vorhanden, sagte VWFSAG-Chef Burkhard Breiing. Zu weiteren finanziellen Details sowie dem erwarteten Geschäftsvolumen wurden keine genauen Angaben gemacht.

Breiing zufolge übernimmt VW heute bei bis zu 60 % der an Einzelkunden verkauften Fahrzeuge die Finanzierung. Der Anteil der über den Konzern versicherten Automobile liege jedoch lediglich bei 27 %, ergänzte er. Folglich gebe es großes Potenzial. Gutberlet betonte die Bedeutung der Konzerne für die Versicherungsbranche. Alle Studien wiesen darauf hin, dass die Autohersteller als Makler für die Assekuranzen immer wichtiger würden. "Für die Allianz kann ich Ihnen ganz klar sagen, dass wir mitspielen wollen", sagte er.

Die Finanzdienstleistungssparte hat sich zuletzt als die tragende Säule im Volkswagen-Konzern erwiesen. So verbuchte die Division im ersten Halbjahr 2005 bei einem Umsatzplus einen Nettogewinn von 359 (Vorjahr 354) Mill. ? und sorgte damit für fast 90 % des Konzernüberschusses.

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