Firmen fordern verlässliche politische Rahmenbedingungen
IAA soll Knoten sprengen

Zum Start der Autoshow IAA setzt die Autoindustrie auf eine Initialzündung durch die bevorstehende Branchenmesse. Nach einer Umfrage des Handelsblatts unter den Chefs der führenden deutschen Hersteller erwartet die Branche von der heute beginnenden weltgrößten Autoshow in Frankfurt Absatzimpulse für den schwachen Inlandsmarkt und ein Signal für den Umweltschutz.

DÜSSELDORF. Die Spitzenmanager bauen darauf, dass die Messe den Knoten vor allem auf dem schwächelnden deutschen Markt sprengt. „Vor allem für den nach wie vor schwierigen deutschen Markt erwarten wir deutliche Impulse“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer dem Handelsblatt. Die diesjährige IAA werde wieder „eine Leistungsschau sein, die Kaufanreize weckt“, erklärte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Auch Daimler-Boss Dieter Zetsche stößt in dieses Horn: „Die Messe in Frankfurt ist die größte Automobilmesse der Welt und hat mit dem dort präsentierten Produktfeuerwerk einen besonderen Abstrahleffekt, insbesondere auf den deutschen Markt“, sagte er dem Handelsblatt.

Noch hat die gute Konsumstimmung in Deutschland jedoch den schwachen deutschen Automarkt nicht erfasst. Vor allem die Käufe der Privatkunden sind massiv eingebrochen. Seit Jahresbeginn liegen die Neuzulassungen laut Branchenangaben in Deutschland um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Angesichts der andauernd schwachen Binnenkonjunktur rechnet der Verband VDA 2007 lediglich mit einem Inlandsabsatz von nur rund 3,2 Millionen Fahrzeugen. Ursprünglich waren 3,4 Millionen erwartet worden.

Die Autobauer machen dafür auch die Klimadebatte und die unklare Ausgestaltung der geplanten CO2-Steuer verantwortlich. Zum ersten Mal wollen die deutschen Hersteller jetzt den Klimaschutz auf der Autoshow in den Mittelpunkt stellen.

Experten dämpfen indes die Hoffnung auf einen Absatzimpuls durch die Autoshow. „Die IAA war schon immer ein Gradmesser für den Automarkt - aber direkt ablesbare Verkaufseffekte konnten in den letzten Jahren nicht erkannt werden“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Auch eine Studie der Marktforschungsagentur Puls, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, legt eine große Kaufwirkung der IAA nicht nahe. Lediglich für 12,2 Prozent der IAA-Besucher steht demnach ein bevorstehender Autokauf im Mittelpunkt des Besuchs. „Es ist zweifelhaft, ob von der Messe einen größerer Impuls für den deutschen Automarkt ausgeht“, lautet das Fazit von Puls-Geschäftsführer Konrad Weßner. Allgemeine Information über neue Modelle und Spaß seien die Hauptmotivation der Besucher.

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