Firmen wie Bosch und ZF wittern einen wachsenden Markt für einfache Technik
Auto-Zulieferer setzen auf Aldi-Autos

Es ist ein bewährtes Rezept. Um einfache - und günstige - Produkte aufzuwerten, schmücken Hersteller sie gerne mit Zutaten, die einen großen Namen tragen. Der russische Autobauer Lada beispielsweise ließ vor Jahren einen seiner Motoren von Porsche überarbeiten, um ein wenig vom Glanz der Stuttgarter Sportwagen zu erhaschen. Ähnliches ist nun bei den kommenden Geiz-Autos geplant.

FRANKFURT/M. Zulieferfirmen wie Bosch, ZF oder Continental-Teves sehen einen neuen Markt. So ist der neue Dacia Logan, der ab kommendem Jahr von der Muttergesellschaft Renault auch in Deutschland angeboten wird, serienmäßig mit einem Anti-Blockier-System von Bosch ausgerüstet. Und das bei einem Preis von etwa 7 500 Euro. „Wir sind überzeugt, dass das Segment der Billigst-Autos weltweit wachsen wird“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach in einem Interview.

Das Problem der Zulieferer: Bisher entwickelten sie High-Tech-Systeme, die zunächst in Luxusfahrzeuge eingebaut wurden. Bei Geiz-Autos aber sind Einfach-Systeme gefragt: Billig herzustellen, simpel in der Funktion, robust.

Den Markt der Billigautos können auch andere Zulieferer nicht außer Acht lassen: Im VW Fox, der aus Brasilien eingeführt werden und etwa 8 000 Euro kosten soll, steckt Scheinwerfertechnik von Hella. Lenkungs- und Fahrwerksteile kommen vom traditionsreichen Hersteller ZF mit Stammsitz in Friedrichshafen. „Wir sehen allerdings keine Perpektive für Produkte aus westeuropäischer Fertigung“, sagt Unternehmenssprecher Matthias Lenz, „es kommen nur einfache Systeme von Billig-Lohn-Standorten in Frage.“

Ähnliches gilt für Continental-Teves: Der Weltmarktführer bei elektronischen Bremssystemen ist bereits mit drei Standorten in China vertreten - auch, um die dortige Autoindustrie zu beliefern. Denn Autoexperten sind überzeugt: der nächste Angriff im Billigsegment kommt aus China.

Geiz-Autos - die wahren Volkswagen

Auf dem deutschen Markt gibt es nur wenige Autos unter der magischen 10 000-Euro-Marke: Ford Ka, Opel Agila, Daihatsu Cuore, Kia Picanto gehören dazu.

Nachteil: Sie sind allesamt sehr klein. Der Dacia Logan aus Rumänien kommt 2005 mit vier Türen, einem riesigen 550-Liter-Kofferraum und einem Kampfpreis von 7 500 Euro. Tester, die den Wagen ausprobiert haben, waren von der Qualität durchaus überzeugt. VW will mit dem Fox aus Brasilien gegenhalten. Der Wagen ist unter dem Polo angesiedelt, bietet VW-Qualität und soll etwa 8 000 Euro kosten.

Quelle: NEWS Frankfurt

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