FlexRay macht Autoelektronik sicherer
Techniker vernetzen das Auto neu

Die Übertragung von Steuerdaten im Auto mit herkömmlichen Bussystemen stößt an ihre Grenzen. Das belegen nicht nur die steigenden Ausfallstatistiken in der Fahrzeugelektronik.

DÜSSELDORF. Um den Datenhunger der Elektronik im Fahrzeug zu stillen, haben Autoentwickler das Datenvolumen bereits auf mehrere Bussysteme verteilt. Das eigentliche Problem wird damit jedoch nicht gelöst: Die einzelnen Steuergeräte funktionieren zwar im Normalfall einwandfrei, doch während der Kommunikation kann es zu folgenschwere Missverständnissen kommen.

Das soll das neue FlexRay-Bussystem ändern. Mit einer Übertragungsrate von zehn Megabit pro Sekunde ist die Technik zwanzig mal schneller, als die aktuellen CAN (Controller Area Network)-Bussysteme. Mit der neuen Technik erfolgt der Datenaustausch zwischen den Steuergeräten nicht mehr wie bisher ereignisorientiert, sondern zeitgesteuert nach einem vorher festgelegten Protokoll. Dieser elektronische Daten-Fahrplan ist für alle Teilnehmer des Netzwerkes verbindlich und garantiert die termingerechte, fehlerfreie Übertragung der Daten in Echtzeit.

„Stellen sie sich eine normale Autobahn vor“, sagt Stefan Poledna, „da ist jeder nach Lust und Laune unterwegs.“ Die Folge: Mal gibt es zähfließenden Verkehr, mal freie Fahrt und manchmal stehen die Fahrzeuge im Stau. Sehr effektiv sei das nicht, sagt der Geschäftsführer von TTAutomotive. Würde die Autobahn in einer vorher exakt festgelegten Zeit befahren, wie bei einem Fahrplan, dann würden nicht nur deutlich mehr Autos auf die Straße passen. Sie würden auch alle schneller und sicherer von A nach B kommen. „Das ganze Geheimnis ist die zeitliche Steuerung“, so Poledna. „Nach diesem Prinzip funktioniert FlexRay.“

Die Entwicklung der zeitgesteuerten Netzwerkarchitektur (Time Triggered Architecture, TTA) geht auf eine Erfindung von Hermann Kopetz, Professor für Informatik an der Technischen Universität Wien zurück. Kopetz hatte die Vorteile des zeitgesteuerten Kommunikationsprotokolls schon vor zwanzig Jahren erkannt. Nur damals gab es keinen Bedarf dafür.

Heute drängt die Zeit. Immer mehr elektronische Helfer wandern unter die Motorhaube und übernehmen Assistenzaufgaben, regeln Antriebs- und Fahrwerksysteme. Die Verknüpfung untereinander bietet zusätzlichen Gewinn an Sicherheit und Komfort. So lassen sich zum Beispiel die elektronisch geregelten ABS-Bremsen mit dem Antischleudersystem ESP und einem aktiv geregeltem Fahrwerk verbinden, um die Manövrierbarkeit und Bremssicherheit weiter zu verbessern.

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