Ford Focus Facelift Gesichtspflege mit operativem Eingriff

Praktisch jedes Fahrzeug wird zur Mitte seines Lebens überarbeitet. Von daher ist dies beim 2011 vorgestellten Focus keine Überraschung. Aber Ford hat nicht nur offensichtliche Schwachstellen beseitigt..
  • Peter Eck
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  • Spotpress
In Deutschland steht der Ford Focus trotz ordentlicher Verkaufszahlen klar im Schatten des VW Golf.  Quelle: Ford

In Deutschland steht der Ford Focus trotz ordentlicher Verkaufszahlen im Schatten des VW Golf. Weltweit hat der Focus aber die Nase deutlich vorn.

In Deutschland steht der Ford Focus trotz ordentlicher Verkaufszahlen klar im Schatten des VW Golf. Was nicht jeder weiß: Weltweit ist der Kompaktwagen das meistverkaufte Pkw-Modell von Ford und – je nach zählweise – sogar der Welt. Kein Wunder, dass es die Ingenieure und Designer bei der üblichen großen Überarbeitung zur Modell-Lebensmitte des 2011 vorgestellten Focus nicht bei den zu diesem Anlass ansonsten verbreiteten eher kosmetischen Eingriffen belassen haben.

Der hat die Augen schön und hört aufs Wort
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Die Premiere war schon ungewöhnlich: Ford stellte seinen umfassend überarbeiteten Focus zunächst im Rahmen des World Mobile Congress in Barcelona vor, noch bevor der Genfer Autosalon startete. Mit einem emotionaleren und kraftvolleren Design, einem verbesserten und bedienungsfreundlicherem Interieur, neuen Fahrer- und Sicherheits-Assistenzsystemen sowie neuen Euro 6-Benziner- und -Dieselmotoren soll der Bestseller in die zweite Hälfte seines Modellzyklus starten.

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Wegen seiner neuen Möglichkeiten der mobilen Vernetzung von Fahrer und Fahrzeug feierte der renovierte Focus seine Premiere auf der Mobile World in Barcelona. Denn etliche Neuerungen stecken in der mobilen Kommunikation und in dem neu konfigurierten Navigationssystem mit Splitscreen-Display, 3D-Darstellungen und der Sprachausgabe von Straßennamen.

Auch die Navi-Zieleingabe per Sprachsteuerung ist jetzt möglich und zum Auffinden von markanten Punkten, touristischen Zielen oder Spezialitäten-Restaurants genügt es, mit dem Sprachsystem über die Eingabe ein paar Worte zu wechseln.

Auch die Klimaanlage, Telefonverbindungen und die Audio-Anlage hören auf die sprachlichen Kommandos. Die erste SYNC-Generation wurde in rund acht Millionen Ford installiert.

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Im neuen Focus, der vermutlich im vierten Quartal 2014 auf die Straße rollen wird, feiert auch das Multimedia-Konnektivitätssystem Ford Sync 2 sein Europadebüt. Das gleiche gilt für die Ecoboost-Benziner- und Duratorq TDCi-Turbodiesel-Motoren mit jeweils 1,5 Liter Hubraum. 

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Sportlichen Charakter spiegelt bereits der markant gestaltete, trapezförmige Kühlergrill wider. Die Focus-Front führt das Design fort, das bereits den Auftritt des aktuellen Fiesta und der kommenden Generation des Mondeo prägten.

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Die Frontpartie wird auch von den Linien auf der Motorhaube geprägt. Sie entstehen an vorderen Dachsäulen, ziehen sich entlang der schlanken Hauptscheinwerfer bis zur schmaleren Oberkante des vorderen Lufteinlasses. Hinzukommen rechtwinklig-gestreckte Nebelscheinwerfer. Im Heckbereich wurden bei Limousine und Kombi die Blenden und Rückleuchten schlanker modelliert. 

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Das Cockpit richtet sich konsequent auf den Fahrer aus, mit deutlich weniger Knöpfen und Schaltern. Mit der Reduzierung der Tasten und Schalter soll die Bedienung intuitiver werden, was es noch an Schaltern gibt, wurde logisch gruppiert.

Rein optisch soll feiner Chrom in Kombination mit schwarz-satinierte Ausstattung dem Interieur eine aufgeräumt-moderne Anmutung geben. Das mittlere Ablagefach zwischen den Vordersitzen kombiniert ein nochmals üppigeres Stauvolumen mit einer integrierten, verschiebbaren Armlehne. 

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Im Heckbereich wurden bei Limousine und Kombi die Blenden und Rückleuchten schlanker modelliert. 

Solche gab es natürlich auch und sie wurden im Februar dieses Jahres auch schon kommuniziert: Die ab November bei den Händlern stehende überarbeitete Version erhält zum Beispiel den gleichen Kühlergrill wie der kleinere Ford Fiesta, die fünf horizontalen Streben mit Chromverzierung sollen an Aston Martin erinnern – zumindest möchte Ford das gerne.

Dazu passen die jetzt rechteckig statt rund ausgeschnittenen Nebelleuchten. Auch das Heck wurde bedacht, hier fallen die Schlussleuchten nun etwas zurückhaltender aus, sie mögen manchen sogar an den 1er BMW erinnern. Die restlichen Flächen wurden ebenfalls begradigt, insgesamt wird der Focus im neuen Kleid weniger polarisieren, was ihn aber auch eine Spur massenkompatibler wirken lässt.

Einen echten Fortschritt gibt es aus dem Innenraum zu vermelden, hier wurden einige Tasten und Regler aus dem überfrachteten Cockpit entfernt ; keine Bange, es sind – etwa verglichen mit dem modernen Interieur eines Peugeot 308 – immer noch mehr als genug davon vorhanden. Vieles fühlt sich zudem besser an und der Bildschirm mit Touchscreen fällt größer aus. Soweit hat Ford das normale Facelift-Spiel gespielt - aber man hat es nicht dabei belassen.

Die restlichen Flächen wurden ebenfalls begradigt, insgesamt wird der Focus im neuen Kleid weniger polarisieren, was ihn aber auch eine Spur massenkompatibler wirken lässt. Quelle: Ford

Viele Flächen wurden begradigt. Insgesamt sollte der Focus im neuen Kleid wenig polarisieren, was ihn auch eine Spur massenkompatibler wirken lässt.

„Wir wollten das Fahrzeug in jeder Beziehung verbessern, dabei hochwertiger und einfacher machen“, erläutert Joe Bakaj, Vizepräsident Produktentwicklung bei Ford Europa, die Aufgabe. Und die umfasste auch Motoren sowie – vielleicht ein wenig überraschend – sogar Lenkung und Fahrwerk.

Während beim hochgelobten Focus-Fahrwerk aber tatsächlich wohl nur Feinstarbeit geleistet werden musste, hat man sich bei der Lenkung noch mal richtig ins Zeug gelegt. Sie soll nun noch agiler reagieren und dabei durchaus auch mehr Komfort vermitteln, denn das war eine der wenigen Kritikpunkte, die man an der alten Lenkung haben konnte. Zudem haben die Ingenieure den Vorderbau des Focus steifer gemacht, was vor allem dessen Vorsprung bei schneller Kurvenfahrt weiter ausbauen dürfte.

Einen echten Fortschritt gibt es aus dem Innenraum zu vermelden, hier wurden einige Tasten und Regler aus dem überfrachteten Cockpit entfernt  Quelle: Ford

Einen echten Fortschritt gibt es aus dem Innenraum zu vermelden, hier wurden einige Tasten und Regler aus dem überfrachteten Cockpit entfernt

Die Änderungen in der Antriebspalette: Statt 1,6 Liter heißt das neue Standardmaß 1,5 Liter, sowohl bei den Benzinern (110 kW/150 PS und 132 kW/180 PS) als auch bei den Dieseln (70 kW/95 PS und 88 kW/120 PS). Weiterhin im Angebot ist der formidable 1,0-Liter-Dreizylinder mit seinem so ganz eigenen Klang und 99 Gramm CO2-Ausstoß. Wie üblich wurden alle Motoren im Vergleich zu den Vorgängern sparsamer, bis zu 19 Prozent, und legten gleichzeitig beim Drehmoment zu.

Eine weitere Stärke des Focus, wenn man dies so sehen will, war bereits bisher die Vielzahl an Assistenzsystemen. In der überarbeiteten Version kann der Kompakte natürlich noch mehr, unter anderem warnt er jetzt vor seitlichem Verkehr (Cross Trafic Alert) wenn man rückwärts aus der Parklücke rollt und das Active-City-Stop-System arbeitet nun bis 50 statt wie vorher bis 30 km/h.

Auch das Heck wurde bedacht, hier fallen die Schlussleuchten nun etwas zurückhaltender aus, sie mögen manchen sogar an den 1er BMW erinnern. Quelle: Ford

Auch das Heck wurde beim Facelift bedacht, hier fallen die Schlussleuchten nun etwas zurückhaltender aus.

Es könnten noch vielmehr Dinge aufgezählt werden, vom dickeren Teppich bis zum besser isolierten Glas für weniger Innengeräusch, aber dafür fehlt hier der Platz. Es bleibt anzumerken, dass der Focus für ein derart erfolgreiches Auto in einer ungewöhnlich umfangreichen und tiefgreifenden Art und Weise überarbeitet wurde.

Er ist damit zweifelsohne ein nochmals besserer Kompaktwagen geworden. Im Golf-Land wird es ihm wahrscheinlich nicht so viel nützen, aber auf anderen Märkten sollte der Focus seine Ausgangsposition auch gegen aufkommenden Wettbewerber aus Korea damit weiter gestärkt haben.

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