Ford GT 40

Das teuerste US-Auto aller Zeiten

Das teuerste je verkaufte US-Auto erzielte gerade die Rekordsumme von neun Millionen Euro. Den GT 40 setzte Steve McQueen 1971 für seinen Rennfilm "Le Mans" als Kamera-Auto ein. Ein Rückblick auf die Modellentwicklung.
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Das ärgerte Enzo Ferrari mehr als einmal: 1964 schickte Ford erstmals den GT 40 an den Start bei den "24 Stunden von Le Mans".  Quelle: Pressefoto

Das ärgerte Enzo Ferrari mehr als einmal: 1964 schickte Ford erstmals den GT 40 an den Start bei den "24 Stunden von Le Mans". 

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DüsseldorfDer internationalen Rennsport in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts kannte nur zwei Szenen: Europa mit dem Rest der Welt und die Vereinigten Staaten. In der Alten Welt, in Südamerika und Japan hatte sich längst die Formel 1 als wichtigste internationale Rennserie etabliert. Bei Langstreckenrennen blickte die Motorsportwelt geschlossen nach Le Mans. Racing in Amerika blieb eine lokale Erscheinung. Das wurmte einen der mächtigsten Männer im amerikanischen Autogeschäft.

Henry Ford II. verfolgte nicht nur die Popularität der internationalen Rennserie, die konsequent außerhalb der Vereinigten Staaten stattfand, er erkannte auch, wie sehr die erfolgreichen Marken den Absatz ihrer Serien-Modell mit sportlichen Erfolgen ankurbelte. Von diesem Image-Kuchen wollte der Massenhersteller sich eine dicke Scheibe abschneiden.

Der Ford GT40 1964 vor dem Transport nach Europa. Die "40" in der Modellbezeichnung bezogen sich auf die Höhe des Fahrzeugs in Inch. Das entspricht 1.029 Millimeter.  Quelle: Pressefoto

Der Ford GT40 1964 vor dem Transport nach Europa. Die "40" in der Modellbezeichnung bezogen sich auf die Höhe des Fahrzeugs in Inch. Das entspricht 1.029 Millimeter. 

(Foto: Pressefoto)

Somit beschloss Henry Ford II. 1962 mit seinem Unternehmen in den internationalen Rennsport einzusteigen. Mangels geeigneter eigener Entwicklungen und mit einem gut gefüllten Konto entschied sich der Auto-Tycoon aus dem amerikanischen Dearborn für das abgekürzte Verfahren. Er wollte einfach einen europäischen Hersteller mit entsprechenden Meriten kaufen. Das mit US-Dollars gut gefüllte Ford-Konto führte Enzo Ferrari ernsthaft in Versuchung.

Auch für 1965 hatte Ford am Konzept des GT 40 nichts geändert. Der V8 thronte in Mittelmotorlage. Vor der Achse ist das Spezialgetriebe von ZF erkennbar. Quelle: Pressefoto

Auch für 1965 hatte Ford am Konzept des GT 40 nichts geändert. Der V8 thronte in Mittelmotorlage. Vor der Achse ist das Spezialgetriebe von ZF erkennbar.

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Der legendäre Commendatore interessierte sich ausschließlich für den Rennsport und verdiente eigentlich mit der Kleinserienfertigung seiner Sportwagen nie genug, um seine Passion angemessen zu finanzieren. Der gerissene Taktiker aus Modena war bereit ,seine Firma an Ford zu verkaufen. Doch unter einer Bedingung: Er durfte weiterhin über die künftige Motorsportabteilung von "Ford Ferrari" herrschen. Ford erkannte den Pferdefuss und ließ 1963 die Verhandlung platzen.

Zwei der größten Ikonen des amerikanischen Rennsports siegten 1967 in Le Mans mit dem Ford GT: Dan Gurney (links) und A.J. Foyt. Quelle: Pressefoto

Zwei der größten Ikonen des amerikanischen Rennsports siegten 1967 in Le Mans mit dem Ford GT: Dan Gurney (links) und A.J. Foyt.

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Durch Verärgerung entsprechend motiviert, fasst Henry Ford II. den Entschluss, den bornierten Europäern mit ihren filigranen übertechnisierten Autochen und ihren Zwölfzylindermotörchen zu zeigen, was eine Harke made in USA ist. Ford wollte Ferrari vor allem in Le Mans vorführen. Seit 1960 siegten die Italiener in Frankreich in Serie. Für die Entwicklung des passenden Sportgeräts spielte Geld keine Rolle. Ford engagierte Spezialisten, die etwas von dem Job verstanden.

John Weyer verließ als Projektleiter Aston Martin und Eric Bradley kam von Lola, wo bereits Ford-V8-Motoren zum Renneinsatz gekommen waren. Das Ergebnis der intensiven Bemühungen erschien 1964 als GT 40. "GT" stand für "Grand Tourismo", die "40" für die Fahrzeughöhe in Inch, was 1 029 Millimetern entspricht.

Henry Ford II. musste 1967 seinen Besuch in Le Mans nicht bereuen. Er konnte den Sieg der US-Rennlegenden Dan Gurney und A.J. Foyt bejubeln. Quelle: Pressefoto

Henry Ford II. musste 1967 seinen Besuch in Le Mans nicht bereuen. Er konnte den Sieg der US-Rennlegenden Dan Gurney und A.J. Foyt bejubeln.

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Der 4,04 Meter lange Bolide brachte 908 Kilo auf die Wage und verfügte über einen V8-Motor mit 4,7 Liter Hubraum in Mittelmotorlage aus dem Ford Mustang. Die Karosserie, deren Form auf Anhieb den Sprung unter die zeitlos schönen Klassiker schaffte, spannte sich über einen stabilen Rahmen aus Stahl. Die vor der Hinterachse verbaute Kraftübertragung lieferte der deutsche Spezialist ZF aus Friedrichshafen. Die Premiere des Ford GT 40 im Mai 1964 verlief vielversprechend.

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