Fords Wege aus der Krise Dem hinkenden Koloss Beine machen

Seit Januar ist Jim Farley neuer Präsident von Ford Europa, und soll hier endlich wieder für Gewinne des US-Konzerns sorgen. In Genf verriet er, was jetzt schnell auf den Markt kommen sollte. Und was fehlt.
  • Peter Maahn
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  • Spotpress
Citycar, Crossover und Elektrotransporter - Fords Wege aus der Krise Quelle: SP-X/Matthias Knödler
Fords Wege aus der Krise

Ein Citycar, ein Crossover und ein Elektrotransporter fehlen noch, einen Ferrari-Herausforderer hat Ford inzwischen wieder. Doch der GT allein macht nicht satt.

Eine ganze Industrie in Feierlaune, Rekordabsätze, sprudelnde Gewinne und zufriedene Aktionäre. Nur die zahlreich zum Genfer Autosalon angereisten Manager mit Ford-Hausausweis können sich nicht so richtig freuen. Der US-Riese kommt in Europa nicht in die Gänge, schreibt dicke Verluste und sucht immer noch nach dem Licht am Ende des firmeneigenen Krisentunnels. „Wir brauchen einfach Geduld“, beruhigt Jim Farley und zwingt sich zu einem entschlossenen Lächeln. 

Der 52jährige Amerikaner ist so eine Art Feuerwehrmann, der aus Detroit in die Europazentrale nach Köln geschickt wurde. Seit Anfang Januar ist er der Präsident von Ford Europa und so ganz nebenbei auch noch für Afrika und den Mittleren Osten.

Zuvor war Farley für das weltweite Marketing von Ford verantwortlich. Ein lupenreiner Verkaufsprofi also, der dem hinkenden Koloss Beine machen soll. „Wir haben die modernste Modellpalette in der Ford-Geschichte“, sagt er, verweist auf Fiesta, Focus und Co., nennt den gerade mit langer Verspätung endlich erschienenen großen Mondeo, den neuen eleganten S-Max und setzt große Hoffnung in die sportlichen Modelle wie den bärenstarken Allradler Focus RS mit 235 kW/320 PS: „Die Liebe zu leistungsfähigen Autos liegt uns im Blut“, schwärmt er und kündigt an, dass das Angebot an Sportlern mit dem Kürzel RS bis 2020 auf ein glattes Dutzend erhöht wird.

Zudem sollen die Ikone Mustang und der in Genf gezeigte 600-PS-Renner GT die  beiden Speerspitzen sein. „Eine halbe Millionen User haben den Mustang in Internet schon mal konfiguriert“, berichtet er. Ab Sommer werden das Coupé und das Cabrio  verkauft und mit einem Preis von rund 40.000 Euro die mit Abstand günstigste Möglichkeit bieten, sich einen Achtzylinder (5 Liter Hubraum, 313 kW/426 PS) in die Garage zu stellen.

Doch auch Jim Farley ist klar, dass die Klientel für Sportwagen und hochgerüstete Alltagsautos viel zu klein ist, um das taumelnde Ford-Schiff in Richtung der ersehnten schwarzen Zahlen zu steuern. „Wir müssen den aktuellen Trends stärker folgen als bisher“, räumt er ein und stellt eine Liste zusammen, was Ford möglichst bald in Europa anbieten muss: „Am wichtigsten ist ein Crossover“, sagt Farley und meint damit die kompakte Kreuzung aus Kombi, Geländewagen und Freizeitmobil, die derzeit voll im Focus der Kunden steht. „Da sind wir in der Pflicht, ein solches Autos auch für den Weltmarkt zu entwickeln“.

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  • Und da irrt Herr Farley. Es gibt kein Auto für den "Weltmarkt. " Weil es bisher keinen "Weltmarkt" für ein Auto gibt.

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