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Frische Schminke für altes Blech

Am schlimmsten sind Kratzer und Schrammen auf Autolacken, die der tägliche Einsatz hinterlässt. Hier kann sich jeder mit Lackstift oder Spraydose selbst ans Werk machen, hohe Aufmerksamkeit und Übung vorausgesetzt.

dpa/gms HAßMERSHEIM/MüNCHEN. Am schlimmsten sind Kratzer und Schrammen auf Autolacken, die der tägliche Einsatz hinterlässt. Hier kann sich jeder mit Lackstift oder Spraydose selbst ans Werk machen, hohe Aufmerksamkeit und Übung vorausgesetzt.

Am einfachsten ist die Lackrepartur für Laien, wenn es sich nur um minimale Schäden wie kleine Steinschlag-Makel an der Frontpartie des Wagens handelt. Hier helfen meist ein paar Tupfer mit dem Lackstift - wenn der Untergrund darauf vorbereitet ist. „Der Wagen sollte vorher gewaschen und die Stellen mit einem Mittel wie Silikon-Entferner entfettet werden“, erklärt Petra Deterding von Motip Dupli in Haßmersheim (Baden-Württemberg). Wird der Lack ohne diese Vorkehrungen auf die schadhafte Stelle getupft, kann schon der nächste Waschstraßenbesuch die Farbflicken entfernen.

Sind die Schadstellen groß, ist vorher zu überlegen, was vom Aussehen des Wagens erwartet wird. „Es kommt schon darauf an, welche ästhetischen Ansprüche man hat“, meint Michael Bross, Sprecher des Verbandes der deutschen Lackindustrie in Frankfurt/Main. Denn ein perfektes Aussehen wird mit der Sprühdose kaum erreicht.

Geht es jedoch darum, Rost zu beseitigen oder eine Schramme mit eigener Lackarbeit zumindest unauffälliger zu gestalten, kann die eigenhändige Lackierung durchaus eine Alternative sein, sagt Manfred Gross vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern). Bei Roststellen steht zunächst Schleifen auf dem Programm. Weil dadurch eine Vertiefung entsteht, wird die Lücke mit Spachtel aufgefüllt und erneut geschliffen - erst mit grobem, dann immer feinerem Papier.

Nachdem Schleifrückstände abgewaschen wurden und die Fläche getrocknet ist, wird die Umgebung der Reparaturstelle mit Papier abgedeckt, damit sich dort kein Sprühnebel niederlassen kann. Dann kommt als nächster Schritt das Aufsprühen der Grundierung, die unter anderem für die gute Haftung des Decklackes sorgt - auch sie wird für eine möglichst glatte Oberfläche noch einmal geschliffen.

Schließlich folgt der Lack aus der Spraydose: „In der Regel werden drei dünne Schichten aufgetragen“, so Deterding. Zwischen den Arbeitsgängen soll er jeweils einige Minuten antrocknen. Gesprüht wird kreuzförmig. Ordentliche Ergebnisse werden sich aber eher bei Uni-Lacken erreichen lassen - bei Metallic-Farbtönen wird die Sache wirklich schwierig. „Das ist für den Heimwerker nicht so einfach“, erklärt Michael Fasel, Produktmanager des Reparaturlack-Anbieters Krasny in Gundelsheim (Baden-Württemberg).

Das Problem liegt in den kleinen Metallplättchen im Lack, die für den Schimmer sorgen. Sie müssen sich gleichmäßig ausrichten, damit eine einheitliche Optik entsteht. Dafür ist laut Fasel unter anderem ein gleichmäßiger Sprühabstand wichtig. Sonst erscheint die Lackfläche „wolkig“. Außerdem darf bei Metallic-Lack nicht vergessen werden, am Ende noch einige Klarlack-Schichten darüber zu sprühen.

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