Fundamentale Neuigkeiten bleiben auf der Frankfurter Autoschau aus
IAA löst keine Initialzündung aus

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) hat unter Anlegern keine Begeisterung für deutsche Autokonzerne ausgelöst. Keiner der Hersteller überraschte in der ersten Woche die Analysten positiv - und auch am Aktienmarkt verlieh die Messe den Autoaktien keinen Auftrieb.

hz FRANKFURT/M. Einzig das Porsche-Papier gewann im Wochenverlauf dank des elften Rekordergebnisses in Folge an Tempo - BMW, Daimler-Chrysler und VW landeten dagegen in der Gunst der Anleger auf dem Bremsstreifen. "Die IAA ist keine Veranstaltung, die die Kurse bewegt hätte", lautet das Fazit von Michael Raab, Auto-Analyst des Bankhauses Sal. Oppenheim.

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Dabei hatte sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) noch zur Eröffnung der Messe mächtig ins Zeug gelegt. "Mit dieser IAA setzen wir Zeichen für mehr Zuversicht in diesem Land. Bisher hat noch jeder Aufschwung mit der Zugkraft dieser Schlüsselindustrie begonnen. Wir sind sicher: Das wird auch diesmal wieder der Fall sein", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk auf der Auftaktveranstaltung. Trotzdem strotzt die Prognose des Verbandes für das gesamte Jahr nicht vor Zuversicht. Für 2005 rechnet die Branche in Deutschland mit einem leichten Plus bei den PKW-Neuzulassungen auf 3,3 Millionen Fahrzeuge, nach 3,27 Millionen im Vorjahr.

Die Börsianer haben dies aber schon vorweggenommen und die Aktien des Sektors bereits in den vergangenen Wochen nach oben geschickt. "Im Vorfeld der IAA waren Autoaktien gefragt wie lange nicht", sagt Fabian Kania, Autoanalyst von Helaba Trust in Frankfurt. Doch die Vorfreude war auch diesmal die schönste Freude, fundamentale Neuigkeiten blieben auf der IAA aus. Die Hersteller reagieren auf die Kaufzurückhaltung mit dem gewohnten Modellfeuerwerk. Doch aller Glanz der Scheinwerfer kann die Probleme der Branche nicht überstrahlen.

Der VW-Konzern ließ auf der IAA durchblicken, dass er zehn Mrd. Euro sparen wolle. Nach Ansicht von Raab braucht dieses Sparprogramm aber erste Ergebnisse, um Investoren in neue Euphorie zu versetzen. Auch Daimler-Chrysler verhandelt hinter den Kulissen bei der wichtigsten Tochter Mercedes über einen sozialverträglichen Stellenabbau. Auf der IAA war davon nicht die Rede. Der neue Mercedes-Chef und designierte Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche zelebrierte mit der neuen S-Klasse einen großen Auftritt. Inhaltlich blieb Zetsche indes zugeknöpft. Autoanalyst Erik Burgold von der BHF-Bank hält es trotzdem für eine Kernbotschaft der IAA, dass die Hersteller ihre Probleme mit den bestehenden Überkapazitäten nun bei der Wurzel packen. "Die Industrie stellt sich neu auf", lautet sein Resümee der Messe.

Auch dem BMW-Konzern fällt es nach dem bisher erfolgreichsten Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte inzwischen schwerer, dass Rekordtempo zu halten. Die Bayern wachsen am Rande der Kapazitätsgrenze, betonte Burgold. Die erfolgsverwöhnte Truppe um BMW-Chef Helmut Panke peilt einen Gewinn "in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres" an. Auch BMW-Konkurrent Audi erneuerte lediglich seine Vorhersage, wonach beim Absatz die Marke von 800 000 Fahrzeugen deutlich überschritten werden soll. Für spürbare IAA-Impulse reicht dies nicht aus.

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