Funktechnologie wird zur Überwachung der Kühlkette eingesetzt
High-Tech-Sensoren sorgen für sicheren Lebensmittel-Transport

Bei zahlreichen Gütern ist es nicht damit getan, sie einfach auf die Ladefläche des LKW zu packen und dann loszufahren - sensible Waren müssen während des Transports genau überwacht werden, damit sie unterwegs keinen Schaden nehmen oder unbrauchbar werden. Bei solchen Spezialtransporten spielen zunehmend intelligente Elektroniksysteme eine Schlüsselrolle. Sie können die Einhaltung vorgeschriebener Bedingungen garantieren.

DÜSSELDORF. Zum Beispiel bei Lebensmitteltransporten: Um zu verhindern, dass während des Transports verderblicher Ware die vorgeschriebene Kühlung unbemerkt ausfällt oder nachlässt, messen und protokollieren intelligente Überwachungssysteme die Temperatur. Etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel, stecken in solchen "aktiven RFID-Tags" winzige Computersysteme mit Temperatursensoren und einer Funkschnittstelle, um die Messwerte nach außen zu übertragen (RFID steht dabei für "Radio Frequency Identification"). Mit der eingebauten Batterie können Lebenszeiten von mehreren Jahren erreicht werden.

Der Druck zur Innovation in diesem Bereich kommt aus der Politik: Eine spezielle EU-Verordnung zwingt die Lebensmittelproduzenten zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte - von der Herstellung über den Transport bis hin zum Groß- und Einzelhandel. Damit soll jede Unterbrechung in der Kühlkette sofort erkannt werden - bei Tiefkühlkost liegt die Grenze zum Beispiel bei minus 18 Grad, und sie darf während der gesamten Transport- und Lagerzeit nie überschritten werden.

Doch auch bei frischen Obst und Gemüse sind die richtigen Transportbedingungen entscheidend für die Lebensdauer der Ware. Stellt ein elektronisches Sensorensystem an Bord des LKW eine drohende Überreife der Ware fest, kann der Händler kurzfristig reagieren, etwa indem er die Ware zum nächstmöglichen Zeitpunkt verkauft und sie nicht mehr weit transportiert. So wird ein drohender Schaden rechtzeitig erkannt und begrenzt.

"Gerade beim Transport sensibler Lebensmittel muss eine zuverlässige Überwachung der Kühltemperatur zu jeder Zeit gewährleistet sein, sonst kann das für ein Unternehmen allein schon bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Vorgaben kostspielige Folgen haben", so Heinz-Leo Dudek, Vorstand der Euro Telematik AG in Ulm (Halle 11, Stand D23). Deren Produkt "x-Temperatur" überwacht als Teil einer Telematiklösung mit Hilfe von fünf Sensoren die Temperatur im LKW-Auflieger. Bei einer Über- oder Unterschreitung der eingestellten Grenzwerte wird ein Alarm ausgelöst und vom Fahrzeug direkt via GPRS an die Zentrale übermittelt. Rund 150 Kunden setzen das System bereits ein, die Kosten liegen bei etwas über 2000 Euro pro LKW. Auch andere Anbieter haben solche Produkte im Portfolio - zum Beispiel Schmitz Cargobull (Halle 13, Stand B35) mit "Cargobull Telematics".

Aber nicht nur das Überschreiten von Grenzwerten können intelligenten Transportbegleiter feststellen. Da zu allen Messwerten auch die Zeit protokolliert wird, lässt sich problemlos ermitteln, an welcher Stelle in der Logistikkette das Problem aufgetreten ist - etwa durch den Ausfall der Kühlung während des LKW-Transportes. Denn beim Wareneingang überträgt der Tag seine Messwerte per Funk an ein mobiles Lesegerät, und wenn die vorgeschriebenen Bedingungen nicht gegeben waren, kann der Empfänger die Produkte sofort aus dem Verkehr ziehen.

Nicht nur bei Lebensmitteltransporten wird High-Tech zur Überwachung der Ladung eingesetzt: In der Pharmabranche sind die Anforderungen sogar noch strenger - etwa wenn es darum geht, die korrekten Lager- und Lieferbedingungen tiefgekühlter Medikamente zu überwachen und nachzuweisen.

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