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Futuristische Studien bei der Tokio Motor Show

dpa/gms TOKIO. Nachdem sich die Hersteller auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im September in Frankfurt/Main insbesondere auf serienreife oder -nahe Fahrzeuge konzentrierten, zeigen sie auf der Tokio Motor Show vor allem futuristische Designstudien.

Zwar sind unter den 79 angekündigten Weltpremieren auch einige Autos, die in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen. Doch gilt die Aufmerksamkeit in erster Linie den Konzepten für den Verkehr von morgen oder übermorgen.

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Besonders groß fahren die japanischen Hersteller auf. Sie rücken fast alle ein halbes Dutzend Showcars ins Rampenlicht und überspringen dabei mitunter gleich mehrere Modellgenerationen. So spannt sich etwa bei Nissan der Bogen vom retrospektiven Coupé Fiora mit gegenläufigen Türen über den Van Amenio bis zum futuristischen Pivo, der als elektrisch angetriebene Glaskugel auf Rädern mit drehbarem Führerstand den Stadtverkehr revolutionieren könnte.

Toyota geht noch einen Schritt weiter und zeigt neben diversen wandlungsfähigen Vans und Kleinwagen als möglichen Nachfolger des Autos den i-Swing. Dieser aufrecht stehende Einsitzer mit minimaler Karosserie wird von einem Elektromotor angetrieben und legt sich wie ein Motorrad in die Kurve. Zwar funktioniert das auf der Showbühne schon ganz gut, doch ist eine Serienfertigung nach Angaben des Unternehmens in den nächsten zehn Jahren unwahrscheinlich.

Ähnlich weit entfernt von der Gegenwart sind die auffälligen Kleinwagenstudien bei Daihatsu und die winzigen Vans von Suzuki. Und auch bei Honda ist nach Angaben von Sprecher Christoph Rust kaum damit zu rechnen, dass der speziell für Tierfreunde entwickelte Van W.O.W. mit eingebautem Hundekörbchen oder das viersitzige und viertürige Brennstoffzellen-Coupé FCX-Konzept je in Serie gehen.

Dieses Schicksal teilt laut Subaru-Sprecherin Jutta Sein der B5-TPH. Bei ihm kombinierten die Allradspezialisten die Front eines Coupés mit dem Heck eines Kombis. Ebenfalls nur für die Show gebaut wurde der Mazda Senku, der als Sportcoupé mit Schiebetüren und freizügigem Innenraum die Blicke auf sich zieht.

Der japanische Markt ist dem Marktforschungsinstitut Jato Dynamics zufolge zwar zu 95 Prozent in der Hand heimischer Hersteller. Dennoch sind auf der Tokio Motor Show auch die meisten europäischen Marken präsent. Vor allem die deutschen Hersteller nutzen die Messe als gut besuchte Bühne für die Premiere einiger Showcars und Serienmodelle.

So hat Volkswagen für die Zukunft den sportlichen und sparsamen Ecoracer enthüllt und verkürzt die Wartezeit mit einem 110 kW/150 PS starken Serien-Polo GTI. Auch Audi steht den Spagat zwischen heute und morgen mit einem Serienmodell und einer Studie. Deshalb dreht sich neben dem neuen S8 mit seinem 330 kW/450 PS starken Zehnzylindermotor, der im Sommer auf den Markt kommen soll, auch das „Shooting Brake Concept“. Diese Mischung aus Coupé und Kombi gibt nach Angaben von Audi-Sprecher Peter Thul einen Ausblick auf den neuen TT und hat „durchaus Chancen für eine Weiterentwicklung zum Serienmodell“.

Ebenfalls vergleichsweise weit gediehen sind die Entwicklungen auf dem Stand der BMW-Group. Dort zeigen die Bayern die bereits in Frankfurt enthüllte Coupé-Version des Roadsters Z4, die nach Informationen aus Unternehmenskreisen im Frühjahr an den Start gehen soll, sowie eine Weiterentwicklung der Kombi-Studie von Mini. Auch dieses Modell hat offenbar Chancen: „Wenn wir uns darüber keine ernsthaften Gedanken machen würden, hätten wir in Tokio nicht schon die zweite Evolutionsstufe der Studie gezeigt“, sagt eine Sprecherin.

Nicht ganz so konkret sind dagegen die Absichten von Mercedes. Die Schwaben haben in Tokio das Forschungsfahrzeug F 600 Hy-Genius vorgestellt, das im Format der B-Klasse ein variables Innenraum- sowie ein neuartiges Instrumentenkonzept zeigt. Aber zumindest der Antrieb hat erklärtermaßen eine Chance zur Serienfertigung. Denn unter der Haube des Hy-Genius steckt eine Brennstoffzelle, die laut Forschungsvorstand Thomas Weber bis spätestens 2015 zur Marktreife entwickelt werden soll.

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