Gar nicht mehr so einfach, einen pannenheber einzusetzen
Selbsthilfe an modernen Autos wirft Probleme auf

Eine schicke Plastikabdeckung über dem Motor, daneben Schläuche, Leitungen und Kabel: der Blick unter die Haube eines modernen Autos entmutigt manche Freizeitschrauber. Trotzdem gibt es noch Dinge, die Autofahrer selbst erledigen können.

dpa/gms KöLN/BONN. Die immer komplexere Technik hat sogar dazu geführt, dass mancher Autofahrer sich nicht einmal mehr an einfachste Kontrollen traut. Die Autoclubs oder auch die Deutsche Verkehrswacht (DVW) in Bonn wollen das mit Pannenkursen ändern. Dabei wird auch erklärt, wie sich das Wischwasser kontrollieren und auffüllen lässt und wie der Ölstand geprüft wird. Außerdem wird gezeigt, wie der Wagen bei einer Panne aufgebockt und der Reifen gewechselt wird. „Bei manchen Autos ist es nämlich heute gar nicht so einfach, einen Wagenheber anzusetzen“, sagt Helmut Klein vom Technikzentrum des Adac in Landsberg (Bayern).

Doch auch manches Verschleißteil lässt sich bis heute ohne großes Wissen eigenhändig erneuern. „Beim Austausch von Scheibenwischern kann man recht wenig falsch machen“, erklärt Klein. Auch ein anderer Bereich des Fahrzeugs ist von der technischen Entwicklung weitgehend unbehelligt geblieben: die lackierte Blechoberfläche. „Kleine Lackschäden und Kratzer lassen sich mit Mitteln aus dem Handel gut beseitigen“, erklärt Robert Bauer, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit beim Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart.

An anderer Stelle zeigt sich, dass die Entwicklung des Automobils Freizeitschraubern tatsächlich Probleme bescheren kann. So galt das Auswechseln einer Scheinwerferlampe noch vor zehn Jahren als leichte Übung. „Heute ist der Zugang zu den Lampen oft durch die vielen Zusatzaggregate im Motorraum erschwert oder sogar kaum möglich“, erklärt Hermann Blick vom TÜV-Rheinland in Köln.

Für echte Freizeitmechaniker sind solche Servicearbeiten aber ohnehin nur Aufwärmübungen. Für sie geht die Arbeit erst richtig los, wenn sie den Wagen von unten sehen. Gerade bei intensiveren Eingriffen ist jedoch Vorsicht angebracht: Zum einen sind Arbeiten an sicherheitsrelevanten Bauteilen wie den Bremsen etwas für Profis in den Werkstätten. Auf der anderen Seite ist der Austausch eines Auspuffendtopfes auch an modernen Fahrzeugen machbar.

Niemand muss sich für seltene Arbeiten solcher Art eine eigene Hebebühne anschaffen: „Es gibt so genannte Mietwerkstätten“, sagt Robert Bauer. Dort können Hebebühne und Werkzeug stundenweise gemietet werden. Bei den Betreibern gibt es laut Bauer auch Tipps. Doch gilt laut Markus Schwebel von der Hobby Mietwerkstatt Witten (Nordrhein-Westfalen): „Die Leute reparieren auf eigene Gefahr.“ Wenn sie Fehler machen, haften nur sie für Schäden am Fahrzeug.

Das ist auch der eigentliche Unterschied zwischen der Selbsthilfe und dem Beauftragen einer Werkstatt: „Lässt man die Arbeiten in der Werkstatt ausführen, bewegt man sich auf der sicheren Seite“, sagt ADAC-Technikexperte Helmut Klein. Die Profis wissen, was sie tun und übernehmen dafür in der Regel auch die Garantie.

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