Geely will 2008 auf dem europäischen Markt sein
Chinesen attackieren US-Automarkt

Der chinesische Automobilhersteller Geely wird nicht mit einem Kleinwagen, sondern mit einem billigen Mittelklassemodell den Schritt nach Europa und Amerika wagen. „Wir haben speziell für den US-Markt ein solches Modell entwickelt“, bestätigte Geely-Chef Li Shufu im Gespräch mit dem Handelsblatt.

PEKING. Für die Produktion des Autos baut Geely bereits eine Großfabrik in der Hafenstadt Ningbo. Das Werk soll später eine Kapazität von einer Million Fahrzeuge haben.

Der einzige private Autohersteller in China gehört zu den neuen Marken aus dem Reich der Mitte, die bisher vor allem durch billige Kleinwagen Kunden gewonnen haben und ihre Marken ins Ausland bringen wollen. Der kleinste Geely kostet rund 3 200 Euro. Konkurrent Chery, der auch auf den europäischen und amerikanischen Automarkt will, bietet sein Miniauto QQ ab 3 750 Euro an.

Bislang war erwartet worden, dass Geely mit einem einfachen Kleinwagen auf den westlichen Absatzmärkten starten wird. Aber auch die neue Mittelklasse soll im Ausland noch weniger als 10 000 Dollar kosten. Nur mit niedrigen Preisen sei ein Einstieg auf dem US-Markt möglich, sagt Li Shufu. Der 42-Jährige, dem 70 Prozent des an der Börse in Hongkong notierten Unternehmens gehören, hatte den einstigen Industriekonzern erst 1994 zum Autohersteller gewandelt. Heute zählt Geely rund 8 000 Mitarbeiter.

Anbieter wie Chery, Brilliance oder Geely wollen mit ihrer Expansion an den Erfolg südkoreanischer und japanischer Autobauer anknüpfen, die in den achtziger Jahren in Amerika und in Europa mit deutlich günstigeren PKWs der heimischen Konkurrenz Kunden abgeworben hatten. Zudem drängt Pekings Regierung ihre Industrien wie die Autobranche, im Ausland Flagge zu zeigen.

Allerdings sind die meisten Ankündigungen der chinesischen Hersteller, die für viel Wirbel im Westen gesorgt haben, verpufft. BMW-Partner Brilliance hatte angekündigt, schon ab 2005 in Deutschland verkaufen zu wollen. Dies trat nicht ein. Auch Chery hat seinen für 2007 angepeilten US-Start verschoben.

„Wir sehen für Chinas Automarken weltweit durchaus große Chancen, aber es braucht doch viel mehr Zeit“, lautet das Urteil von John Humphrey, Asien-Chef der auf die Autoindustrie spezialisierten Marktforschungsfirma J.D.Power in Hongkong. Sowohl Chery als auch Geely hätten Probleme, ihr Verkaufsnetz in den USA zu organisieren. Auch hatten sie erkannt, dass die Kundenansprüche im Vergleich zu China völlig unterschiedlich seien.

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