„Gefährdet sind vor allem Brustkorb und Bauch“
Motorroller fallen beim Crashtest durch

Fröhliche junge Menschen, die durch die sommerliche Stadt zur Eisdiele fahren - das ist die eine Seite der Motorroller-Welt. Die andere Seite zeigt ein aktueller Crash-Test der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Stuttgart.

dpa/gms STUTTGART/ESSEN. Die Experten ließen einen 80 Stundenkilometer (km/h) schnellen Roller samt Versuchspuppe als Fahrerersatz gegen ein Auto prallen - mit dem Ergebnis, dass der Fahrer den Aufprall im realen Straßenverkehr nicht überlebt hätte. Denn obwohl Motorroller den Ruf des harmlosen Freizeitgefährts haben, verbirgt sich hinter den bunten Kunststoffverkleidungen ein nicht zu unterschätzendes Unfallrisiko, das in bestimmten Situationen höher als bei Motorrädern sein kann.

„Bei einer Kollision verhalten sich Motorroller teils noch schlechter als Motorräder“, erklärt der Unfallforscher Johannes Priester aus Saarbrücken, der an dem Crashtest mitgewirkt hat. Grund dafür sind die unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien - vor allem die Tatsache, dass sich vor der Sitzbank eines Motorrades der Tank befindet. Er sorgt meist mit dafür, dass der Fahrer beim Aufprall über das Hindernis katapultiert wird, statt dagegen zu prallen.

Beim Roller besteht diese Chance kaum: „Rollerfahrer rutschen nach vorne, werden aber nicht nach oben gelenkt“, sagt Priester. Vor der Sitzbank findet sich eben nur ein Freiraum für die Beine und kein Tank, was fatale Folgen haben kann, wie auch der Crashtest gezeigt hat. Laut der GTÜ schlug der Dummy mit dem Schutzhelm auf der Frontscheibe des PKW auf, überschlug sich, landete dann auf dem Fahrzeugdach und stürzte danach seitlich auf die Fahrbahn - im Realfall wäre wohl ein tödlicher Genickbruch die Folge gewesen.

Doch die Gefahr lauert nicht erst beim gefährlichen Kontakt mit einer Autokarosserie: „Es kommt bei Rollerunfällen auch immer wieder zu schweren inneren Verletzungen“, warnt Ruprecht Müller vom Adac-Technikzentrum in Landsberg (Bayern). Grund dafür ist, dass der Fahrer zunächst gegen die vorderen Verkleidungen prallt. „Gefährdet sind vor allem Brustkorb und Bauch.“

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