Gefährliche Mitfahrgelegenheit: Fernbusfahrer überschreiten Lenkzeiten

Gefährliche Mitfahrgelegenheit
Fernbusfahrer überschreiten Lenkzeiten

Fernbusse sind eine günstige Alternative zur Bahnfahrt. Manch günstiger Preis könnte aber teuer erkauft sein, legt ein Bericht nahe. Das Problem liegt auch in der Struktur der Branche begründet.
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Seit der Liberalisierung des Fernbus-Marktes ist das Angebot an günstigen Alternativen zur Bahnfahrt deutlich gestiegen. Der hohe Konkurrenzdruck zwischen den Busunternehmen hat aber seine Schattenseiten: Wie die Zeitschrift „Auto Bild“ berichtet, hält sich etwa ein Viertel der Fernbusfahrer nicht an vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten. Das belegen dem Bericht zufolge Polizeikontrollen und Stichproben des Mobilitätsvereins Mobifair. Folgen können Übermüdung und damit steigende Unfallgefahr sein.

Das Problem liegt laut Verdi-Vorstand Stefan Heimlich in der Struktur der Branche: Große Betreiber ließen viele kleine Subunternehmen für sich fahren, was zu hohem Konkurrenzdruck und engen Zeitplänen führt. Er fordert, dass sich Busse nicht mehr starten lassen dürften, wenn die Lenkzeit überschritten ist.

Selbst unter den vier Marktführern MeinFernbus, Flixbus, Berlin-Linienbus und ADAC-Postbus gibt es möglicherweise schwarze Schafe. Bei einer Polizeikontrolle im Januar dieses Jahres wurden laut "Auto Bild" sieben Busse beanstandet, darunter auch zwei der großen Unternehmen.

Gegenüber der Zeitschrift gaben allerdings alle genannten Unternehmen an, dass die Polizei an ihren Bussen keine Mängel festgestellt habe. Als direkte Reaktion auf die Kritik der "Auto Bild" wehrte sich das Unternehmen Flixbus: "Wir widersprechen Verdi-Vorstand Stefan Heimlich. Die Darstellung vom hohen Konkurrenzdruck, der zu Lasten der Fahrer ausgetragen wird und zu engen Zeitplänen führt ist schlichtweg falsch."

Kommentare zu " Gefährliche Mitfahrgelegenheit: Fernbusfahrer überschreiten Lenkzeiten"

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  • Tja, und wenn dann BWL I bei diesen Kampfpreisen, mit denen die Busse zur Zeit noch auftreten, um an Fahrgäste zu kommen, zu wirken beginnt, muß man mal wieder auf die Kostenbremse treten. Und das wird bedeuten: weniger technische Überprüfungen und den ohnehin spartanischen Service weiter runter bei steigenden Preisen...

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