Gepanzerte Autos von Alpha Armouring
„Eine gute Tarnung ist schon die halbe Miete“

Die Welt ist schlecht, und das ist gut so – zumindest für Klaus Ackermann. Als Chef von Alpha Armouring verkauft er gepanzerte Geländewagen und lebt so von der Angst der anderen. Und liefert nicht nur in Krisengebiete.
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GarchingAutomatische Rolltore, gesicherte Personenschleusen und am hohen Zaun die blinkenden Video-Kameras – einen Autohändler stellt man sich irgendwie anders vor; selbst wenn Garching nicht unbedingt der vornehmste Vorort von München ist.

Doch Klaus Ackermann ist kein gewöhnlicher Autohändler und hat seine Firma aus gutem Grund wie Fort Knox gesichert. Das Nordlicht in Bayern ist Chef von Alpha Armouring und hinter den hohen Mauern baut und verkauft sein Team pro Jahr rund 80 Sonderschutzfahrzeuge, mit denen sich Botschafter, Wirtschaftsbosse und TV-Crews in die Krisengebiete dieser Welt wagen.

Während Politik und Prominenz oft in gepanzerten Limousinen vom Schlage der S-Klasse oder des Siebeners unterwegs sind, stehen auf seinem Hof nur große Geländewagen: „Vor allem die G-Klasse von Mercedes und der Land Cruiser von Toyota bestimmen unser Geschäft“, sagt Ackermann.

Zwar kann man die auch beim Hersteller direkt mit ballistischer Schutzausrüstung bis in die höchsten Schutzklassen kaufen, räumt Ackermann ein. „Aber wir haben die kürzeren Lieferfristen und die niedrigeren Preise“, sagt der Firmenchef, während sein Blick durch einen eigenwilligen Konferenzraum schweift: Wo sonst moderne Kunst oder friedliche Landschaften für einen angenehme Besprechungsatmosphäre sorgen sollen, hängen hier in den Bilderrahmen zerschossene Scheiben und auf den Fotos sieht man staubige Einsatzfahrzeuge in unwirtlichen Gegenden.

Kein Wunder: „Früher lagen die Brennpunkte unseres Geschäftes vor allem in Südamerika. Aber heute verkaufen wir besonders viele Autos in den Nahen Osten und nach Afrika“, plaudert Ackermann aus dem Nähkästchen und klingt wie ein Erdkundelehrer, wenn er routiniert Länder wie Afghanistan, Syrien, Nigeria und verschiedene Russische Republiken aufzählt. Nur bei einem Land gerät er selbst ins Stocken, obwohl es buchstäblich ganz naheliegend ist: Dass auch in der Schweiz jemand seine Panzerwagen brauchen könnte, das hat selbst den Profi ein bisschen irritiert.

Je länger Ackermann über Kunden („vor allem Botschaften, Regierungen und Institutionen“) und Märke („weltweit etwa 20.000 Autos im Jahr“) erzählt, desto unruhiger wird er. Nicht nur, weil Diskretion in diesem Geschäft oberstes Gebot ist und sich deshalb keiner gerne in die Karten schauen lässt. Sondern auch, weil es ihn aus dem Konferenzraum endlich nach unten in die Montagehalle zieht. Dort will Ackermann beweisen, dass gründliche Nachrüster wie seine Firma den Spezialabteilungen der Fahrzeughersteller in Nichts nachstehen.

Komplett ausgeweidet stehen dort ein halbes Dutzend Toyota Land Cruiser und G-Klasse-Mercedes und warten auf den Einbau der zentnerschweren Panzerplatten. Die schrauben und schweißen Ackermanns 50 Mitarbeiter nicht einfach nur stumpf hinters Blech.

„Wir achten streng darauf, dass auch die Fugen geschlossen sind und wir jeden möglichen Einschusskanal dicht machen“, sagt Ackermann und zeigt stolz ein paar besonders verwinkelte Konstruktionen.

Und statt danach einfach die alten Konsolen wieder einzusetzen und eben ein paar breitere Fugen zu akzeptieren, wird auch das Interieur komplett angepasst: Türtafeln werden neu ausgeschnitten, Verkleidungen neu beledert, Kabel neu verlegt.

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Eine sichere Anlage

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  • Profis nehmen die Panzerfaust.

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