Gericht schließt für neueres Auto Bedienungsfehler bei Kolbenfresser aus
Autohändler haftet für Kolbenfresser nach 88 000 Kilometern

Das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) hat einen Autohändler zu Schadensersatz für einen schweren Motorschaden nach 88 000 Kilometern Laufleistung verurteilt.

HB FRANKFURT. Von einem modernen Mittelklassewagen könne der Käufer eine Laufleistung von deutlich mehr als 100 000 Kilometern erwarten, begründeten die Richter ihre am Donnerstag veröffentlichte Entscheidung. Der Kunde hatte einen vier Jahre alten Wagen mit Dieselmotor und einer Laufleistung von 80 146 Kilometern gekauft. Als später ein Kolbenfresser auftrat, ließ er einen Austauschmotor einbauen. Die Kosten von 5 000 Euro muss nun der Händler tragen

Zur Begründung erklärten die Richter, angesichts der Einfachheit der technischen Bedienung eines modernen Autos und des Standes der Technik könne ein Kolbenfresser nicht ernstlich durch Bedienungsfehler hervorgerufen werden. Der Kläger habe von einem modernen Mittelklassewagen mit Dieselmotor ohne weiteres eine Kilometerleistung in deutlich sechsstelligem Umfang erwarten können.

Wenn das Fahrzeug bei einem Kilometerstand von 88 000 unvermittelt einen schweren Motorschaden erleide und nichts auf ein Fehlverhalten des Benutzers deute, spreche dies dafür, dass der Motorschaden im technischen Zustand des Wagens selbst angelegt war, ohne dass es auf den exakten technischen Ursachenzusammenhang ankomme, argumentierte das Oberlandesgericht.

Az.: 24 U 198/04

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