Gericht wertet Mitschuld geringer als Fehler der Kontrahentin
Schmerzensgeld trotz zu schneller Fahrt

Mitschuld und ihre Folgen – ein Thema, das gerade bei juristischen Auseinandersetzungen in Sachen Straßenverkehr immer wieder Fragen aufwirft. Jetzt haben Richter die Mitschuld eines Geschädigten niedrig bewertet.

Eine Autofahrerin hatte die Abfahrt verpasst und wendete mit ihrem Peugeot 405 mitten auf der Straße. Leider übersah sie ein Motorrad, dessen Fahrer sich beim Zusammenprall ein Schleudertrauma, einen Schlüsselbeinbruch und Prellungen zuzog. Der Verletzte verlangte von der Bruchpilotin Ersatz für die Schäden an seiner Honda Fireblade und Schmerzensgeld von insgesamt 14000 Euro. Die Frau habe gewendet, ohne auf den Verkehr zu achten und nicht mal geblinkt.

Das Oberlandesgericht Saarbrücken gab ihm weit gehend Recht - obwohl er zu schnell gefahren war (4 U 102/04 - 17/05). Nachdem das Landgericht ihn verdonnert hatte, 40 Prozent der Kosten selbst zu zahlen, brummten ihm die Oberlandesrichter nur 25 Prozent auf. Dass er laut Gutachter mindestens 13 Kilometer pro Stunde zu schnell war, sei bei Weitem nicht so schlimm wie das waghalsige Wendemanöver.

Quelle: Wirtschaftswoche Nr. 031 vom 28.07.2005 Seite 091

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