Gewichte auf dem Automobilmarkt verschieben sich
Toyota fährt ohne Umweg an die Weltspitze

Noch darf sich General Motors mit dem Prädikat "größter Automobilhersteller der Welt" schmücken - wahrscheinlich zum letzten Mal bei einer Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Denn bei der nächsten Veranstaltung in zwei Jahren wird die Ära der Amerikaner als Branchenführer vorbei sein.

HB FRANKFURT. Der neue Primus heißt dann Toyota. Nach den Prognosen der Marktforschungsexperten Global Insight werden die Japaner bereits im Laufe des Jahres 2007 an GM vorbeiziehen und dann pro Jahr rund 8,9 Mill. Fahrzeuge weltweit produzieren.

Als das Toyota-Management zur Jahrtausendwende seine Absatzziele für das Jahr 2010 formuliert hatte, war die Branche noch skeptisch, ob die Japaner dies ohne Übernahmen erreichen können. Mittlerweile zweifelt kein Experte mehr daran. 2003 schoben sich die Japaner an Ford vorbei auf die Position zwei, nun haben sie GM im Visier.

Der Grund für den Führungswechsel in der weltweiten Autobranche ist nicht nur die Stärke von Toyota, "sondern vor allem die Schwäche der amerikanischen Konkurrenz", sagt Philipp Rosengarten von Global Insight. Bauten die Big Three, wie General Motors, Ford und Chrysler genannt werden, in den 60iger Jahren noch mehr als 50 Prozent aller Autos weltweit, führen sie heute eine Abwehrschlacht, um diesen Anteil wenigstens auf ihrem Heimatmarkt zu verteidigen. Dort stammten noch vor zehn Jahren 85 von 100 Autos aus den Fabriken der großen US-Hersteller, heute sind es nicht einmal mehr 60 Prozent. Teure Fabriken, vergleichsweise schlechte Qualität und eine verfehlte Modellpolitik ließ das Potenzial der US-Autobauer abschmelzen.

Während sich Chrysler unter dem gemeinsamen Dach mit Daimler wieder leicht erholt hat, schrumpfen General Motors und Ford ihren schwindenden Marktanteilen hinterher, reagieren mit Massenentlassungen und Fabrikschließungen auf sinkenden Absatz und steigenden Preisdruck: "Die US-Hersteller bauen Kapazitäten ab, die Europäer halten sich zurück und die asiatischen Hersteller bauen massiv aus. Und wenn Marktanteile einmal verloren sind, ist es sehr schwierig, sie zurück zu gewinnen", sagt Martin Haubensak, Autoexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

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