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Gewinn pro Auto: Porsche zeigt, wo der Hammer hängt

"Was verdienen die Autobauer an ihren Autos?" Antworten auf diese Frage ermittelte das "Center Automotive Research" der Uni Duisburg-Essen in einer Untersuchung. Opel und Ford legen bei der Rechnung drauf.

Den meisten Gewinn pro Fahrzeug fährt Porsche Forschern zufolge im Vergleich zu allen anderen Automobilherstellern ein. Quelle: PR
Den meisten Gewinn pro Fahrzeug fährt Porsche Forschern zufolge im Vergleich zu allen anderen Automobilherstellern ein. Quelle: PR

Duisburg/EssenUnter allen Autobauern ist Porsche der profitabelste. Das ist das Ergebnis einer Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Der zufolge verdienten die Stuttgarter 2012 vor Zinsen und Steuern rund 17.056 Euro pro verkauftem Fahrzeug. "Porsche hat gute Preise, die sich sehr gut im Markt umsetzen lassen", sagte CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer. 

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Um die Vergleichbarkeit ihres Zahlwerks zu gewährleisten, verglichen die Duisburger Forscher ausschließlich die Geschäfte der jeweiligen Autosparten unter Ausschluß einmaliger Bilanzeffekte wie die Ausweisung von Gewinnen und Verlusten bei der Bewertung von sogenannten "Vermögensgegenständen". Als Berechnungsgrundlage für den Gewinn, beziehungsweise Verlust pro verkauftem Fahrzeug, diente die Angabe von Gewinn/Verlust vor Zinsen und Steuern. Die Auswertung erfolgte getrennt für Massen- und Premiumhersteller.

Bei den Massenherstellern erzielte 2012 Chrysler den höchsten Gewinn pro Fahrzeug. Er betrug 1.579 Euro, was 6,8 Prozent vom Umsatz entspricht. Die amerikanische Fiat-Tochter profitierte vom erstarkten US-Markt und der hohen Nachfrage der Kunden nach Pick-ups und SUV, die unter anderem aufgrund ihrer einfachen Nutzfahrzeug-Technik hohe Renditen erzielen. Hyundai und Kia fuhren 1.183 Euro Gewinn bei jedem verkauften Auto ein. Das entspricht sogar 9,8 Prozent vom Umsatzerlös.

Die Marken Volkswagen und Toyota lagen bei 3,5 Prozent Gewinn pro Auto gleichauf. 751 Euro erlösten 2012 die Wolfsburger pro Auto, 707 Euro die Japaner. Bei Ford lagen Licht und Schatten dicht beieinander. Während die europäische Dependance 6,6 Prozent (967 Euro) Verlust pro verkauftem Auto produzierte, kam der Rest des Konzerns auf 824 Euro Gewinn (4,9 Prozent pro Auto). Opel und Vauxhall verloren pro verkauftem Auto 834 Euro. 

Bei den Premium-Marken zeigte Porsche 2012 einmal mehr der Konkurrenz, wo der Hammer bei der Gewinnschöpfung hängt. 17.056 Euro pro Auto entsprachen 17,6 Prozent vom Umsatz. Audi erzielte 3.721 Euro Gewinn pro Fahrzeug, was 11,2 Prozent des Umsatzes entspricht. Bei BMW waren es 10,9 Prozent oder 4.132 Euro Gewinn pro Auto.

Am Ende des Premiumsegments rangierte Mercedes mit 3.023 Euro Gewinn pro Auto. Allerdings entspricht das lediglich 7,1 Prozent.

Das Ergebnis relativierte ein Blick auf den Durchschnittspreis pro verkauftem Fahrzeug. Er lag bei Mercedes (mit Smart) bei 42.466 Euro, bei Audi bei 33.330 Euro, bei BMW (mit Mini) bei 30.053 Euro, während jeder 2012 verkaufte Porsche im Durchschnitt 96.958 Euro kostete.

Quelle: MID
  • 08.04.2013, 18:01 UhrMicha

    Kein Wunder, wenn die Käufer so abgezockt werden. So kostet die Lackierung der Unterseite des Aussenspiegels in Wagenfarbe EXTRA! Zudem ist das gleiche Auto in den USA zigtausend Euro billiger!
    Na ja, Porschefahrer sind etwas besonderes, Sie sind besonders leicht abzuzocken!

  • 08.04.2013, 19:52 UhrKonsument

    Ich finde, die Hersteller dürfen auf jeden Fall an attraktiven Produkten verdienen. Wo ist also das Problem? Bei Porsche kommt dann noch dazu, dass das Produkt über seine Emotionalität punktet.
    Am Ende kann dann jeder Kunde selbst entscheiden, ob und für was er das Geld in die Hand nimmt. Wie kann man da von Abzocke sprechen?

  • 08.04.2013, 21:24 UhrPrivatier

    @Micha
    Zum Abzocken gehören immer zwei. Der der abzockt und der der sich abzocken lässt. Ein Porschekäufer kauft aus freiem Willen und fühlt sich garantiert nicht abgezockt. Er kauft ganz bewusst dieses Auto.
    Abgezockt sollten sich lieber diejenigen fühlen, die auf "Null Prozent" Finanzierungen diverser Elektronik und Möbelmärkte reinfallen!

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