Goodwood "Festival of Speed" Gartenparty am Drehzahl-Limit

Vor historischer Kulisse und prominentem Publikum defilieren jeden Juni kostbarste alte und rarste neue Autos rund ums Anwesen des Earl of March. Sein Schlosspark wird zur Bühne. Auch für typisch britische Kuriositäten.
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Briten feiern Autoträume in Goodwood
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Seit 1993 findet das Festival of Speed auf dem Anwesen des Earl of March in der südwestenglischen Grafschaft West Sussex statt. 1936 gab es auf dem weitläufigen Gelände vor dem herrschaftlichen Familiensitz das erste Bergrennen, nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine permanente Rennstrecke, auf der sogar bis 1966 noch gefahren wurde ...

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Ende der 1930er Jahre entstand auf dem Gelände ein Ausweichflugplatz. Nach dem Krieg baute der rennsportbegeisterte Frederick Gordon-Lennox, Earl of March ähnlich wie in Silverstone die Landebahn zu einer permanenten Rennstrecke aus. Wegen der hohen Geschwindigkeiten wurde der Kurs in Goodwood allerdings bald zu gefährlich ...

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Typisch für Goodwood: Englischer Rasen, durchtrennt von einem schmalen Asphaltband. Ganz traditionell wird die Strecke mit Heuballen begrenzt.

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Bei dem Festival of Speed wird der Rundkurs nur noch für Demonstrationsrunden genutzt. Der Wettbewerb findet auf einer 1,86 km langen Strecke mit neun Kurven statt. Nick Heidfeld stellte 1999 auf einem McLaren MP4/13 mit 41,6 Sekunden den aktuellen Streckenrekord auf.

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Zu großen Events gehört neben jeder Menge VIPs auch die passende Musik. In diesem Jahr spielen Brian May ("Queen") und Sängerin Kerry Ellis die Anthems von Goodwood. Die hier abgebildeten US-Autos deuten schon ein weiteres Event an: 40 Indy 500 Fahrzeuge und 16 Sieger-Fahrer des 500 Meilen-Rennens von Indianapolis werden sich beim traditionellen Goodwood Hillclimb die Ehre geben.

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Inzwischen finden beim Festival of Speed eine Vielzahl von Aktionen in einem umfangreichen mehrtägigen Rahmenprogramm statt. So kommt bei einer Auktion am Freitag unter anderem ein Aston Martin DB2/4 Drophead Coupé aus dem Jahr 1954 unter den Hammer. Das Auktionshaus Bonham's beurteilt den restaurierten Klassiker als "exquisit". Geschätzter Verkaufspreis: zwischen 560.000 und 780.000 Euro.

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Toyota ist, wie viele andere Autohersteller auch, ebenfalls im Schlosspark zu Gast, und hat einige legendäre Rennexoten im Gepäck. Unter anderem wird Thierry Boutsen den Le-Mans-Wagen GT One aus dem Jahr 1999 fahren. Boutsen war auch damals Stammpilot und musste sich erst in der letzten Rennstunde dem BMW V12 LMR geschlagen geben.

Goodwood/GroßbritannienDie wohl größte Vollgas-Party der Welt findet jedes Jahr am letzten Juni-Wochenende vor historischer Kulisse im englischen Goodwood statt. Da pilgern Autoliebhaber wie Prominenz aus Gesellschaft und Rennsport nach Goodwood House, um kostbarste alte und rarste neue Autos rund um das Anwesen zu bestaunen. Eine viel beachtete Bühne für Autohersteller, auch ihre neuesten Schätze ins Licht zu rücken - wie Bentley und Toyota beispielsweise.

Am letzten Wochenende jedes Juni startet im südenglischen Goodwood das seit 1993 regelmäßig stattfindende "Festival of Speed". Dann heulen und brüllen in West Sussex wieder Renn-Motoren aller Epochen auf, um die Kurven einer 1,86 Kilometer mit Gummi nachzuzeichnen.

Bentley nutzt das diesjährige "Goodwood Festival of Speed" zur Präsentation seines Continental GT Speed. Quelle: PR

Bentley nutzt das diesjährige "Goodwood Festival of Speed" zur Präsentation seines Continental GT Speed.

(Foto: PR)

Sie gehören zur hauseigenen Bergrennstrecke auf den weitläufigen Ländereien von Charles Henry Gordon-Lennox, dem Earl of March and Kinrara. Eine Kurvenhatz, die der Motorsport-Prominenz und über Hunderttausend Besuchern die beste Unterhaltung bietet, seit sich Autos erstmals 1896 zu einer Wettfahrt dort versammelt hatten.

In Goodwood geht es weder um Lorbeerkranz oder Pokal noch um akribische Zeitmessungen. Einzig die Begeisterung für die ungewöhnlichsten Autos aller Epochen lässt die Herzen höher schlagen.

Mit dem LF-A errang Lexus einen Klassensieg beim jüngsten 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring. Quelle: PR

Mit dem LF-A errang Lexus einen Klassensieg beim jüngsten 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring.

(Foto: PR)

Da kreischt ein Auto Union D von 1934 mit seinem Sechzehn-Zylinder durch das dickste Trommelfell, gefolgt vom basslastigen Gebrüll der 800 PS eines Plymouth-V8 mit Flammrohr statt Auspuffs in den Park entlässt, mit dem NASCAR-Legende Richard Petty 1964 die "500 Meilen von Daytona" gewonnen hat. Das Highlight dieser Vollgasparty sind nicht nur die einzigartigen Autos.

In den meisten Fällen bewegen sie auch diejenigen Fahrer, die damit ihre größten Erfolge errungen hatten. So ist es für Sir Stirling Moss eine selbstverständliche Ehre, den Mercedes 300 SLR zu präsentieren, mit dem er 1955 die Mille Miglia gewonnen hatte.

Giacomo Agostini steigt behende auf genau die MV Agusta, mit der er einen seiner 15 Weltmeistertitel errungen hat. Natürlich in der originalen Rennkombi aus den späten Sechzigern, die dem nunmehr 70jährigen immer noch wie angegossen passt.

Das "Goodwood Festival of Speed" vereint dampfbetriebene Kutschen aus dem 19. Jahrhundert über die deutschen "Silberpfeile" der 1930er-Jahre bis hin zu aktuellen Formel-1-Boliden. Kein Wunder, dass Hersteller diese Veranstaltung gern nutzen, um sich zu präsentieren, neue Produkte zu lancieren oder mit Studien auf Image-Fang zu gehen. Freilich weniger koreanische Massenhersteller mit ihren Durchschnittskleinwagen.

Der Toyota TS030 darf beim nächsten "Goodwood Festival of Speed" einen glanzvolleren Auftritt feiern als bei den 24 Stunden von Le Mans. Quelle: PR

Der Toyota TS030 darf beim nächsten "Goodwood Festival of Speed" einen glanzvolleren Auftritt feiern als bei den 24 Stunden von Le Mans.

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Rekord im Rückwärtsfahren?
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