Große Schäden durch Frost an Straßen
Karies im Asphalt

Der Auto Club Europa schlägt Alarm: Von den bundesweit 12 000 Kilometern Autobahn sind schon heute ein Fünftel nicht mehr voll funktionstüchtig, bei den Bundesstraßen sind es 30 Prozent. Der frostige Winter verschlimmert die Lage erheblich.

HB MÜNCHEN/DRESDEN. Nach Einschätzung von Ländern und Kommunen werden die frostigen Temperaturen gravierende Schäden an den Straßen und neue Holperstrecken hinterlassen. Der Auto Club Europa (ACE) fürchtet sogar, dass nur jedes dritte Schlagloch, das in diesem Winter entsteht, beseitigt werden kann.

„Zur Substanzerhaltung aller Straßen in Deutschland wären in diesem Jahr sechs Milliarden Euro nötig, tatsächlich bringen Bund, Länder und Kommunen weniger als zwei Milliarden auf“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner in einem dpa- Gespräch. Dass der Zustand der Straßen immer schlechter wird, sei auch auf die kritische Finanzlage der Städte zurückzuführen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Stephan Articus, der dpa. Wegen Geldmangels würden Sanierungsmaßnahmen häufig gestrichen oder verschoben. Kommunen könnten oft nur noch das Nötigste investieren, um die Sicherheit auf den Verkehrswegen aufrecht zu erhalten.

Beispiel Berlin: In der Bundeshauptstadt sind wegen der extremen Kälte zahlreiche provisorisch geflickte Schlaglöcher wieder aufgebrochen. Vor allem in der Innenstadt ist der Zustand der Straßen nach Angaben des Berliner FDP-Haushaltsexperten Christoph Meyer wegen der Belastung durch Schwertransporte für die zahlreichen Baustellen „katastrophal“.

Ungewöhnlich hohe Frostschäden erwarten auch die Landesregierung und die Kommunen in Brandenburg. „Wir rechnen mit mehr Frostschäden als in den Vorjahren“, sagte der Sprecher des Verkehrsministeriums, Lothar Wiegand. Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg befürchtet ebenfalls überdurchschnittlich hohe Kosten durch den harten Winter.

„Die heftigen Wechsel von tiefen Frostgraden und Temperaturen über dem Gefrierpunkt sind Gift für unsere Straßen, Wege und Plätze“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Karl-Ludwig Böttcher. „Derzeit betreiben wir nur Flickschusterei“, räumte er ein. Nur die nötigsten Arbeiten würden erledigt.

Auch auf Sachsens Straßen hinterließ der Frost deutliche Spuren. Derzeit könnten die Löcher nur notdürftig wieder geschlossen oder Warnschilder aufgestellt werden, sagte der Chef des städtischen Straßen- und Tiefbauamtes in Dresden, Reinhard Koettnitz. Über 400 Warnschilder gebe es schon im Stadtgebiet. Das ganze Ausmaß der Schäden sei aber erst im Frühjahr zu erkennen.

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