HAGI-Index für historische Automobile
Nicht nur Exoten treiben den Markt

In unsicheren Börsenzeiten suchen Anleger weiter nach Alternativen - und greifen auch beim "Alteisen" wieder beherzt zu: Der HAGI-Index für klassische Oldtimer der höchsten Preisregion erreicht einen Rekordstand.
  • 0

Berlin/London/DüsseldorfNach zwei durchwachsenen Monaten setzt der HAGI-Top Index seinen langfristigen Aufwärtstrend fort. Besonders gut schnitt dabei der HAGI-EX P & F Index ab, mit dem alle Marken außer Porsche und Ferrari gemessen werden. Um 5,36 Prozent stieg der HAGI-TOP Index für klassische Fahrzeuge der Historic Automobile Group International erstmals seit Juli des Jahres. Der Index, der in Deutschland exklusiv von Handelsblatt Online veröffentlicht wird, erreichte mit 138,5 Punkten einen absoluten Höchststand. Seit Januar ist ein Wachstum um 13,94 Prozent zu verzeichnen. Der HAGI-TOP Index blieb damit über dem langjährigen Durchschnittszuwachs von 12.5 Prozent, den HAGI seit 1980 verzeichnet.


Der HAGI-Index weist keine Korrelation mit den gängigen anderen Anlageformen nach. Die Referenzgrösse unserer auf dem Weltmarkt anhand von realen Verkäufen ermittelten Indizes, der Standard&Poors Global 1200 Index, sank etwa seit Jahresbeginn bis Ende Oktober um 5,21 Prozent, während er im Oktober allein um 10,41 Prozent aufholte. Damit zeigte sich auch wieder, dass historische Automobile ein stabiles Long-Term-Investment sind, das dem Trend zunehmender Volatiltiät anderer Anlageformen nicht folgt.

Klassische Ferrari (HAGI-F Index) konnten leicht um 0,47 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegen, seit Januar sind es immerhin rund 11,05 Prozent. Währenddessen starten die im Index geführten Porsche-Fahrzeuge eine Aufholjagd und legten im Vergleich zum Vormonat um 4,54 Prozent zu, während seit Jahresbeginn noch eine Wertsteigerung in Höhe von “nur” 2,06 Prozent gemessen werden konnte. Dabei ist zu beachten, dass einzelne  Fahrzeuge diesen Trend deutlich übertreffen können.

Ein klassischer Porsche Spyder wurde im Oktober für 1,8 Millionen Euro gehandelt und übertraf damit einen Vorjahreswert um mehr als 50 Prozent. Überdurchschnittlich entwickelten sich aber alle anderen im Index vorhandenen Marken, die um 10,13 Prozent im Vergleich zum September zulegten. Seit Jahresanfang sind es sogar 22,53 Prozent.


Der BMW 507, der noch vor Jahresfrist bei einigen  Verkäufen rund 750.000 Euro erzielte, durchbricht mittlerweile wiederholt die MIllionenmarke. Von dem zwischen 1956 und 1959 in Handarbeit gefertigten Roadster aus der Feder des Grafen Goertz wurden nur 296 Stück gebaut. Jedes Fahrzeug solcher Kleinserien stellt eigentlich ein Unikat dar, weil die Bleche der Aluminium-Karosserie nicht der Presse entstammten sondern von Hand getrieben wurden.

Der Mercedes 300 SL entpuppt sich dagegen auf dem Markt für hochwertige historische Automobile als “Volumenmodell”. Von Roadster und Coupé mit den nach oben öffnenden Flügeltüren wurden immerhin insgesamt rund 3.200 Fahrzeuge hergestellt, entsprechend häufig wechseln die Autos den Besitzer. Auf hochwertigen Auktionen wird meist mindestens ein Exemplar aufgerufen, das je nach Zustand zwischen 350.000 und 700.000 Euro einbringt.

Bei der Artcurial-Auktion in Paris Ende Oktober wurde ein 300 SL Coupé (Flügeltürer) für rund 531.000 Euro versteigert, bei der RM Auktion in London wurden für einen Roadster 389.000 Pfund gezahlt,  ein zweiter wurde trotz eines Gebots von 390.000 Pfund nicht verkauft und ein weiterer Flügeltürer wechselte für 560.000 Pfund den Besitzer.   

Seite 1:

Nicht nur Exoten treiben den Markt

Seite 2:

Voisin erregt Aufmerksamkeit

Kommentare zu " HAGI-Index für historische Automobile: Nicht nur Exoten treiben den Markt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%