HAGI-Index: Wertvolle Oldtimer legen kräftig zu

HAGI-Index
Wertvolle Oldtimer legen kräftig zu

Trotz eines Rückgangs um 2,1 Prozent gegenüber dem Vormonat bleiben hochklassige Automobile eine lohnende Geldanlage. Bei einigen Modellen ist aber jeder gefahrene Kilometer Gift für den Preis.
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DüsseldorfDas Minus stellte sich bei einem stabilen Handelsgeschehen vermutlich hauptsächlich auch aufgrund Kursschwankungen zwischen Dollar, Pfund und Euro im Dezember ein. Um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten wird der Index in Pfund ausgewiesen, Währungsschwankungen wirken sich aber nur dann aus, wenn sie erheblich sind und sehr kurzfristig stattfinden. Die HAGI-Indizes entstehen auf realen Verkäufen sowohl im Euro-Raum, in Nordamerika, in Großbritannien und weltweit.
Autos wie der Aston Martin DB5, der Mercedes 300 SL oder der BMW 507 weisen im vergangenen Jahr besonders starke Wertzuwächse aus und haben dafür gesorgt dass der HAGI-Index ohne Porsche und Ferrari 2011 mit 21,65 Prozent besonders stark stieg. Im Vergleich zum November hat der HAGI-Index ohne Ferrari und Porsche jedoch ein Minus von 2,41 Prozent verzeichnet.

Die unterdurchschnittliche Ferrari-Performance seit Beginn der monatlichen Aufzeichnung im Januar 2009 deckt sich nicht mit den langjährigen Index-Entwicklungen und deutet auf eine gewisse Marktberuhigung hin. Während der HAGI-TOP Index in den letzten drei Jahren um insgesamt 37,99 Prozent zulegte, waren es bei Ferrari „nur” 27,63 Prozent.

Dass der HAGI-F-Index aber im Jahr 2011 mit 10,58 Prozent fast doppelt so viel zulegte wie der HAGI-P-Index für klassische Porsche, der im Jahresvergleich nur 4,53 Prozent gewann, deutet ebenfalls auf eine Normalisierung hin. Klassische Porsche konnten seit Beginn der monatlichen Aufzeichnung vor drei Jahren um fast 40 Prozent zulegen.

Während Porsche nachhaltig aber langsam wächst, ist das Ferrari-Investment deutlich volatiler. zwischen 1990 und 1994 brachen klassische Ferrari um über 50 Prozent ein: Nach dem Tod des Unternehmensgründers Enzo Ferrari entwickelte sich seinerzeit ein regelrechter Hype um alle Fahrzeuge, die zu Lebzeiten die Fabrik in Maranello verlassen hatten.

Auch der Ferrari F40, der vor 25 Jahren erschien, wird noch zu den Enzo-Cars gezählt. Die seit den 80er Jahren in im  Vergleich höheren Stückzahlen hergestellten Supersportwagen verwässern die positive Entwicklung auch, weil für ihren Wert andere Gesetze gelten.

Sport- und Rennwagen aus den Fünfzigern und Sechzigern gewinnen fast immer unabhängig von Zustand und Kilometerstand an Wert, wenn sie eine Renngeschichte haben und/oder von prominenten Fahrern bewegt wurden. Das liegt auch an der geringen Stückzahl - oft ist die nur ein- oder zweistellig.

Bei den „Supersportwagen” der letzten drei Jahrzehnte haben dagegen „Zero-Mileage” Cars die höchste Wertentwicklung, wenn sie möglichst den originalen Tachostand der Werksauslieferung aufweisen. Ein „benutzter“ Ferrari F50 erzielt etwa eine knappe viertel Million weniger als ein Fahrzeug ohne Kfz-Briefeintrag und mit einer Laufleistung von 30 Kilometer, für das gut und gerne eine Million Euro fällig werden kann.

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