Hella hat den ersten Frontscheinwerfer mit weißen LED vorgestellt
Leuchtdioden erobern den Scheinwerfer

Leuchtdioden ersetzen bald auch die Glühbirnen im Frontscheinwerfer von Autos. Hella hat kürzlich den weltweit ersten Vollscheinwerfer vorgestellt, bei dem mehrere, zusammen geschaltete weiße Leuchtdioden (LED) das Abblend- und Fernlicht sowie den Tagscheinwerfer erzeugen. Beim vorgestellten Scheinwerfer handelt es sich um einen Prototyp, den der Automobilzulieferer zusammen mit Volkswagen für den Golf V entwickelt hat.

HB DÜSSELDORF. Das Licht wird mit Hilfe unterschiedlicher optischer Systeme auf die Straße gerichtet. Dazu sind neben einem großen, viereckigen Freiflächenreflektor sieben fünfeckige Kunststofflinsen wabenförmig angeordnet. Der Freiflächenreflektor erzeugt mit vier Segmenten aus der Wabe das Abblendlicht. Für das Fernlicht kommen drei weitere Segmente hinzu. Die sieben Segmente der Wabe bilden auch das Tagfahrlicht

.

Für den Einsatz in Serie ist der neue Scheinwerfer jedoch noch nicht geeignet. Denn trotz des 1 000 Lumen Lichtstroms – was dem eines Xenonscheinwerfers entspricht und für das Abblendlicht ausreicht – ist die Lichtstärke für das Fernlicht zu schwach. Das liegt an den LEDs. „Die für ein Fernlicht erforderlichen Lichtstärken lassen sich auf Grund der niedrigen Lichtdichte der weißen Leuchtdioden zurzeit noch nicht erreichen“, sagt Roland Lachmayer. Der Entwicklungsleiter bei dem westfälischen Spezialisten für Autoscheinwerfer rechnet aber damit, dass die weißen LEDs bald so weit entwickelt sein werden, dass spätestens 2008 erste LED-Scheinwerfer serienreif sein werden.

Am Fahrzeugheck liegen LEDs schon im Trend. Nach dem Debüt bei Fahrzeugen der Oberklasse bestücken die Automobilhersteller inzwischen auch die Mittel- und Kompaktklasse mit den innovativen roten und gelben Lichtspendern. Jüngste Beispiele sind der neue VW Passat oder der Golf Plus, bei denen das Brems-, Rück-, Blink- und Stopplicht durch LEDs erzeugt wird.

Die neuen Leuchtmittel sind nicht nur gut fürs Design, sondern bieten auch handfeste Vorteile: Die Licht emittierenden Halbleiterbauelemente sind nahezu wartungsfrei und halten ein ganzes Autoleben. Zudem leuchten sie intensiver, verbrauchen weniger Strom und reagieren im Vergleich zu einer Glühlampe bis zu zehnmal schneller. Bei Bremsleuchten bedeutet das einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn – vor allem bei hohen Geschwindigkeiten.

Um die Entwicklung bei den weißen Leuchtdioden voranzutreiben, arbeitet Hella mit allen wichtigen Herstellern von LED-Chips wie Lumileds, Osram, Stanley und Nichia zusammen. Der kalifornische Hersteller Lumileds liefert als erster Hersteller bereits serienmäßig weiße Leuchtdioden für das Positions- und Tagfahrlicht im neuen Audi A8 W12. Diese LEDs erzielen eine maximale Lichtausbeute von 40 Lumen pro Watt. Für das Fernlicht wird aber etwa das Doppelte benötigt. Lumileds hat Anfang Februar erstmals eine weiß leuchtende Diode mit rund 45 Lumen pro Watt vorgestellt. „In spätestens zwei bis drei Jahren werden weiße Leuchtdioden mit 70 bis 80 Lumen pro Watt serienreif sein“, prognostiziert Frank Harder, der bei Lumileds für den europäischen Markt verantwortlich ist.

Auch Akhila Venkitachalam geht von einem ersten Serieneinsatz der LED-Frontscheinwerfer für 2007/ 2008 aus. Der Analyst der Unternehmensberatung Frost & Sullivan hat den westeuropäischen Markt für Fahrzeugbeleuchtung untersucht. Nach Meinung des Analysten werden LED die Halogen-Glühlampen jedoch nicht vollständig vom Markt verdrängen: „Zunächst werden die noch teureren LED-Scheinwerfer dem Xenonlicht in der Luxus- und Oberklassefahrzeugen Konkurrenz machen.“ Bis 2010 werden sich beide Lichtsysteme jedoch in punkto Lichtleistung und Preis angleichen. Für die Xenon-Hersteller werde es dann schwerer, ihre Position zu halten – besonders vor dem Hintergrund der relativ kurzen Haltbarkeit von Xenon-Leuchten im Vergleich zu Leuchtdioden.

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