Helmpflicht nicht geregelt - Hohe Risiken
Verkehrsmediziner warnen vor Schnarchern und Quads

Die Deutsche Gesellschaft für Verkehrsmedizin warnt vor den Risiken so genannter Quads, einer Art vierrädriger Motorräder.

HB BONN. „Bisher ist nicht geregelt, ob ein Helm getragen werden muss oder nicht“, sagte der Präsident der Gesellschaft, Rainer Mattern, am Donnerstag bei einem Verkehrsmediziner-Kongress in Bonn. Neue Studien hätten gezeigt, dass die ab 16 Jahren zugelassenen Quads in Kurven eher ausbrächen als Motorräder. Damit bestehe für die vorwiegend jungen, unerfahrenen Fahrer ein hohes Risiko.

Die Zulassungszahlen sind nach Angaben der Gesellschaft von 734 im Jahr 2001 auf über 25 000 Quads im Jahr 2004 gestiegen. „Es ist mit einer starken Zunahme der Zulassungen und damit auch einer dramatischen Zunahme der Unfallrisiken zu rechnen. Deshalb muss die Frage der Helmpflicht möglichst schnell geklärt werden“, sagte Mattern.

Auch das Verkehrsrisiko von Schnarchern ist Thema der Tagung.

Schnarchen kann zu längeren Atempausen im Schlaf und damit zu Sauerstoffmangel führen. Bei Menschen mit dieser Schlafapnoe könne der Atem nachts bis zu zwei Minuten aussetzen, teilten die Veranstalter mit.

Tagsüber seien diese dann müde und unkonzentriert und die Gefahr eines Unfalls steige rapide an. Menschen mit einer Schlafapnoe hätten statistisch eine sieben Mal höhere Unfallrate als der Durchschnitt der Verkehrsteilnehmer. Neben neuesten Studien zum Thema sollen auf der Tagung auch Behandlungsmöglichkeiten wie die nasale Ventilationstherapie vorgestellt werden.

In Bonn wollen Verkehrs- und Rechtsmediziner bis Samstag auch über Grenzwerte für Cannabis im Straßenverkehr diskutieren.

Der im vergangenen Dezember vom Bundesverfassungsgericht festgelegte Grenzwert von 1,0 Nanogramm THC je Milliliter im Blut sei ein analytischer Wert, der die Grenze zur Ordnungswidrigkeit festlege, sagte Gerold Kauert von der Universität Frankfurt. Einen Grenzwert zur Fahruntüchtigkeit gebe es jedoch nicht.

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