Hersteller setzen auf Klassisches: Oldtimer ab Werk

Hersteller setzen auf Klassisches
Oldtimer ab Werk

Billig sind sie nicht, die Autos, die man direkt aus dem Museum des Herstellers kaufen kann. Dafür bekommt man aber Gewissheit über Originalität und Authentizität, was in der oberen Preisliga besonders wichtig ist.
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Automuseen der Hersteller optimieren regelmäßig ihre Sammlung. Dazu gehört auch der An- und Verkauf von Oldtimern. BMW und Mercedes bieten zum Beispiel seit einigen Jahren Oldies an. „Mercedes verkauft Fahrzeuge, die in sehr gutem oder perfektem Zustand und hundertprozentig original sind”, sagt Frank Wilke vom Oldtimerbewerter Classic-Analytics. Die Angebote richten sich an Interessenten, die absolute Gewissheit über Originalität und Authentizität verlangen. „Das erhalten sie beim Kauf von einem Hersteller. Der hat ein Image zu verlieren”, sagt Wilke. Nachteil: Im Vergleich zum durchschnittlichen Marktpreis kosten die Fahrzeuge teilweise drei- bis viermal so viel.

Die BMW-Sammlung umfasst derzeit über 1300 Exponate. „Wir wollen möglichst die gesamte Produkthistorie der BMW Group abbilden”, sagt Benjamin Voss von BMW Classic. „In der Vergangenheit haben wir auch Fahrzeuge aus unserer Sammlung verkauft.” Das waren aber lediglich Fahrzeuge, die mehrfach vorhanden waren.

BMW verkauft seit 2010 klassische Fahrzeuge durch das BMW Group Classic Center. „Wir legen den Fokus auf den individuellen Wunsch der Kunden und bieten ein breites Leistungsportfolio”, sagt Voss. Dazu zählt Unterstützung beim Kauf eines bereits bekannten Fahrzeugs oder beim Suchen, Kaufen und -falls nötig- beim Restaurieren. Auch Kundendienst und eine Komplett-Restaurierung zählen dazu.

Auch Porsche optimiert permanent seine Sammlung. Verkauft werden aber, wenn überhaupt, nur Neufahrzeuge oder Modelle neuerer Generationen des 911. „In der Sammlung des Porsche-Museums befinden sich rund 560 Fahrzeuge. Wir bewahren aus allen Epochen der Unternehmensgeschichte besondere Sport- und Rennwagen auf”, sagt Alexander Klein, Leiter Fahrzeugmanagement des Porsche-Museums. „Das Porsche-Museum versteht sich nicht als Handelsplattform. Wir sammeln, aber verkaufen nicht. Wir überprüfen nur unseren Bestand regelmäßig auf Überbestände.”

Das Mercedes-Museum arbeitet ähnlich. Die Sammlung umfasst derzeit rund 1100 Fahrzeuge. „Ziel ist es, von jedem Fahrzeug, das Daimler oder die Vorgänger-Unternehmen gebaut haben, ein Exemplar zu besitzen”, sagt René Olma von Mercedes-Benz Classic. Seit der Nachkriegszeit kauft das Museum das jeweils letzte Modell einer Serie. Etwaige Lücken werden immer mal wieder geschlossen. „Unser Auftrag ist das Bewahren: Wir kaufen, aber verkaufen nicht.”

Mercedes ist aber dennoch vor einigen Jahren in den Oldtimer-Fahrzeughandel eingetreten. Unter dem Namen All Time Stars handeln die Stuttgarter mit Klassikern. 2015 waren es etwa 50 Fahrzeuge. Das Angebot reicht vom Vorkriegs-Modell bis zum Youngtimer, zu Preisen zwischen 10 000 und zwei Millionen Euro. Das Unternehmen ist ständig auf der Suche nach hochwertigen Fahrzeugen.

VW betreibt gleich mehrere Sammlungen. „Sowohl An- als auch Verkäufe haben wir in der jüngeren Vergangenheit nur in Einzelfällen durchgeführt”, sagt Sascha Oliver Neumann von Volkswagen Classic. Derzeit gebe es keine Fahrzeuge, die verkauft werden.

Sollten Fahrzeuge dafür in Frage kommen, gebe es einen festgelegten Prozess: Die Autos werden auf einer Internet-Plattform im Gebotsverfahren eingestellt. Registrierte Nutzer mit Gewerbenachweis können sie ersteigern, mit Ausschluss der Gewährleistung. Der Zustand kann dabei variieren. Probleme für Käufer sieht Oldtimer-Experte Wilke aber nicht. „Seriöse Anbieter haben einen Ruf zu verlieren, die werden nicht bewusst Autos mit versteckten Mängeln verkaufen.”

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