Hersteller und Zulieferer legen Streit bei
Autoindustrie will Qualität steigern

Die deutschen Autohersteller und -Zulieferer haben sich unter Vermittlung des Branchenverbands VDA auf Maßnahmen zur Sicherung der Qualität und eine bessere Zusammenarbeit geeinigt. Es soll auch keine gegenseitigen Schuldzuweisungen mehr geben.

HB FRANKFURT. Angesichts der anhaltenden Qualitätsdebatte will die deutsche Autoindustrie ihre Produkte mit einem festen Regelwerk für Hersteller und Zulieferer verbessern. Damit wolle man der Komplexität vor allem von Premium-Produkten gerecht werden, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag in Frankfurt mit. Zudem sollten die zunehmend längeren und globalen Lieferketten besser berücksichtigt werden.

Im vergangenen Jahr hatte das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg einen massiven Anstieg von Rückrufen registriert. Wegen technischer Mängel leiteten die Hersteller 137 Rückrufe ein. Das waren 41 % mehr als 2003. Insgesamt waren davon rund 1,4 Mill. Fahrzeuge betroffen.

Wie eine neue amerikanische Langzeitverlässlichkeits-Studie für drei Jahre alte Autos ergab, haben bei amerikanischen Autofahrern deutsche Autos mit Ausnahme von Porsche und BMW in Sachen Verlässlichkeit nicht den besten Ruf. Zwar wiesen deutsche Fahrzeuge durchweg weniger Mängel auf als noch in der Vorjahresbefragung. Volkswagen, Audi, Mercedes-Benz und die Mini-Modelle von BMW rangierten jedoch weit abgeschlagen hinter dem Branchendurchschnitt von 237 Problemen je 100 Fahrzeuge, so die Marktforschungs-Firma J.D. Power.

In Deutschland steht in der Kundenzufriedenheit nach einer Studie der japanische Autobauer Toyota auf Platz eins. Als bestes deutsches Unternehmen verbesserte sich BMW um zwei Plätze auf Rang drei, hieß es in einer von J.D. Power und der Stuttgarter Autozeitschrift „mot“ am Vortag veröffentlichten Studie.

Nach Angaben des Automobilverbandes VDA wurde nun nach zwei Jahren Diskussion eine international einmalige Vereinbarung getroffen. In dem Papier wird die gemeinsame Verantwortung von Herstellern und Zulieferern für die Qualität der Autos festgeschrieben. Die Hersteller verpflichteten sich zum Beispiel, Produktspezifikationen, Kosten oder Qualitätsziele rechtzeitig und eindeutig zu definieren. Zudem sollen Änderungen etwa bei Materialien oder bestimmten Einsatzbedingungen rechtzeitig mitgeteilt und abgestimmt werden.

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