Hersteller unterstützen Tuner
Biedere Mittelklasse wird zum funkelnden Showstar

Amerikanische Autofahrer lassen ihr Auto mitunter beim Tuner so weit individualisieren, dass vom Serienmodell nicht mehr viel zu erkennen ist. So entstehen beim „customizing“ aus biederen Mittelklasse-Autos funkelnde Showstars.

dpa/gms NEW YORK/LAS VEGAS. Amerikanische Autofahrer lassen ihr Auto mitunter beim Tuner so weit individualisieren, dass vom Serienmodell nicht mehr viel zu erkennen ist. So entstehen beim „customizing“ aus biederen Mittelklasse-Autos funkelnde Showstars.

„Amerikaner tunen anders, ganz anders“, sagt Ben Arnold von der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift „Autobild Test & Tuning“. Was in Deutschland zumindest im Entferntesten der Leistung diene, sei in Übersee nur Show. „Oder welchen anderen Sinn haben im Radhaus schleifende 28-Zöller oder tonnenschwere Metall-Heckflügel?“, fragt der Experte und gibt die Antwort gleich mit: „Schließlich machen feingetunte Motoren und penibel abgestimmte Gewindefahrwerke wenig Sinn in einem Land, das Temposünder rigoros verfolgt und in dem die Straßen nur eine Richtung kennen: geradeaus.“

Wie anders die Uhren bei den amerikanischen Kollegen von Brabus, Abt, Irmscher & Co. ticken, kann MTV sei Dank auch der europäische Fernsehzuschauer verfolgen. Denn in der zur Kultserie avancierten Reihe „Pimp My Ride“ macht ein Tuning-Unternehmen aus Kalifornien regelmäßig vor, was aus einer alten Rostlaube alles werden kann. Ein paar Dosen Lack, viel Unterhaltungselektronik, riesige Räder und einige beherzte Schnitte mit der Flex-Trennscheibe verwandeln Sendung für Sendung ein Kfz-Aschenputtel in einen Blickfang auf Rädern.

Zwar will längst nicht jeder Kunde ein derartiges Gesamtkunstwerk. Doch der Trend zur Individualisierung ist in den USA offensichtlich sehr viel stärker ausgeprägt als in Europa, sagt Myles Kovacs, Herausgeber der amerikanischen Tuning-Zeitschrift „Dub-Magazin“ in New York. „Besonders wichtig sind diesen Kunden die Räder, die gar nicht groß und auffällig genug sein können.“ Deshalb führen viele Neuwagenkäufer direkt vom Autohaus zum Tuner und ließen sich dort mindestens 20 oder 21 Zoll große Felgen auf die Achsen stecken.

Auf den Hochglanzanzeigen in seinem Magazin finden sich deshalb Hunderte von Felgen mit teilweise bizarrem Design, drehenden Sternen, Goldauflagen oder Edelsteindekoration und so wohlklingenden Namen wie „Dresden“, „Cold Cash“, „Matador“ oder „Sparta“, die vor allem in der Rapperszene angeblich unverzichtbar sind.

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