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Hifi-Zubehör im Auto sinnvoll nachrüsten

Hifi-Bastler unter den Autofahrern haftet das Klischee an, bevorzugt mit lautem Bassgewummer herumzukurven. Dabei kommt es bei der Nachrüstung von Hifi-Zubehör gar nicht vornehmlich auf Schalldruck an, um den Sound im Auto zu verbessern.

dpa/gms SINSHEIM/HANNOVER. Hifi-Bastler unter den Autofahrern haftet das Klischee an, bevorzugt mit lautem Bassgewummer herumzukurven. Dabei kommt es bei der Nachrüstung von Hifi-Zubehör gar nicht vornehmlich auf Schalldruck an, um den Sound im Auto zu verbessern.

Wichtig ist, dass sich Musikliebhaber vor dem Kauf darüber klar werden, was die Geräte können sollen, sagt Roland Katterwe, Sprecher der Zubehörmesse Car + Sound in Sinsheim (Baden-Württemberg). Die Nachrüstung von Radios ist nach Angaben von Joachim Siedler, Sprecher des Zubehörherstellers Blaupunkt in Hildesheim, bei den meisten Autos nicht schwer. Allerdings sollten sich Bastler erkundigen, wie der Anschluss erfolgt: Je nach Steckersystem des Autoherstellers seien für Nachrüstgeräte eventuell Adapter erforderlich.

In Sachen Sound-Equipment rät Roland Katterwe ungeübten Bastlern zur Zurückhaltung: „Eine Vierkanal-Endstufe reicht für einen guten Klang.“ Als Lautsprecher empfiehlt er ein Zwei-Wege-System aus separaten Tief- und Hochtönern - das sei für Laien „unkritischer“ einzubauen, als ein Drei-Wege-System, bei dem auch die Lautsprecher für den mittleren Frequenzbereich im Auto unterzubringen sind.

Bei der Wattleistung von Endstufe und Lautsprechern gelte die Faustregel: „Je größer das Auto, desto mehr Leistung“, erklärt Katterwe. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt der Experte, sich vom Händler beraten zu lassen. Der wisse auch darüber Bescheid, welche Endstufe sich mit welchen Lautsprechern kombinieren lässt.

Der Einbau der Lautsprecher ist laut Joachim Siedler eine „fahrzeugspezifische Angelegenheit“, denn nicht jeder Lautsprecher passt in jedes Auto. „Die Einbautiefe ist meist das entscheidende Problem“, erklärt der Blaupunkt-Sprecher. Bei manchen Autos lassen sich bestimmte Lautsprecher nicht in den Türen unterbringen, weil die Mechanik der Fensterheber im Weg ist.

Für einen guten Klang empfiehlt Roland Katterwe, die Tieftöner möglichst in die Einbauplätze der vorderen Türen zu setzen und die Hochtöner so hoch wie möglich zu platzieren. Das Ergebnis lasse sich hören: „Man kann mit Nachrüsten eine Menge besser machen.“ Aber auch schlechter: Eine falsche Boxen-Anordnung macht sich dem Hifi-Experten zufolge in mattem, aggressivem oder auch einseitigem Klang bemerkbar.

Eine falsche Platzierung kann sich nach Angaben von Bert Korporal vom TÜV Nord in Hannover auch negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken. Er verweist auf die „Wahnsinnsanlagen“, die Bastler mitunter auf Hutablagen montieren. Die Abdeckungen aus Presspappe seien den oft etliche Kilogramm schweren Lautsprechern nicht gewachsen: Bei einem Unfall könne sich das „Soundboard“ losreißen und als lebensgefährliches Geschoss durch den Innenraum sausen.

Probleme können sich auch beim Anschließen ergeben. So wird es laut Korporal bei modernen Fahrzeugen immer schwieriger, irgendwo Strom abzuzweigen. Die Elektrik sei derart vernetzt, dass Laien, die mit einem Stromlaufplan nichts anzufangen wissen, besser den Fachmann ranlassen sollten, rät Korporal - „damit nichts dem Zufall überlassen wird und die Kiste nicht irgendwann abfackelt.“

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