Hintergrund: Klimaanlagen bieten Komfort und Sicherheit

Hintergrund
Klimaanlagen bieten Komfort und Sicherheit

Klimaanlagen sind quasi selbstverständlich in heutigen Autos. Durch den Streit um das Kältemittel R134a sind sie in den Medien derzeit präsent. Doch wie funktioniert eigentlich eine solche Anlage?
  • 1

DüsseldorfDer aktuelle Streit um das Kältemittel R134a für Klimaanlagen im Automobil rückt eine technische Fahrzeugausstattung in den Mittelpunkt, die bei modernen Fahrzeugen heute unverzichtbar ist. Denn die Klimaanlagen sorgen nicht nur für mehr Komfort, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für die passive Sicherheit. Doch wie funktioniert eigentlich eine solche Anlage?

Eine Klimaanlage hat die Aufgabe, ein gleichmäßiges Raumklima zu erzeugen und zu erhalten. Sie arbeitet nach dem Prinzip des Kühlschranks. Somit ist die Autoklimaanlage technisch exakt definiert eine "Kompressionskälteanlage". Sie nutzt die Eigenschaft eines Stoffs oder Elements, durch Zuführung von Energie oder Wärme seinen sogenannten "Aggregatszustand" (flüssig, fest, gasförmig) zu ändern. Unter Einsatz von Wärmeenergie verwandelt sich Eis (fest) bei 0 Grad Celsius in Wasser (flüssig) und bei 100 Grad Celsius in Dampf (Gas). Der Aggregatszustand ändert sich auch umgekehrt durch den Entzug von Energie beziehungsweise Wärme. Jeder Stoff, jedes chemische Element ist in der Lage, drei verschiedene Aggregatszustände einzunehmen.

Eine einfache Klimaanlage kühlt lediglich, eine Klimaautomatik oder auch "Klimatisierungsautomatik" kühlt auf eine vorgewählte Temperatur herunter und hält sie dann. Die Klimaanlage in Autos ist Bestandteil des Systems für die Heizung, beziehungsweise die Lüftung in einem Fahrzeug.

Bei der Klimaanlage verdichtet ein Kompressor das Kältemittel in seinem gasförmigen Aggregatszustand. Der Antrieb des Kompressors erfolgt durch einen Riemenantrieb über die Kurbelwelle. Das Kältemittel erwärmt sich durch die Verdichtung. Um in den Aggregatzustand "flüssig" zu wechseln, kühlt es im Kondensator ab. Das flüssige Kältemittel gelangt über ein Ventil in den Verdampfer. Um wieder den Aggregatszustand gasförmig einnehmen zu können, muss das Kältemittel Wärmeenergie aufnehmen. Diese Wärmeenergie entzieht das Kältemittel der zu kühlenden Luft, die das Gebläse der Heizung/ Lüftung heran führt. Dabei verliert die gekühlte Luft auch ihre Feuchtigkeit in Form von Kondenswasser.

Die Klimaanlage ist nicht nur ein Merkmal der Komfortausstattung in einem Fahrzeug. Sie leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit. Ohne Klimatisierung oder Lüftung können sich einzelne Bereiche des Innenraums bei massiver Sonneneinstrahlung auf mehr als 70 Grad Celsius erwärmen. Sind Passagiere und vor allem der Fahrer über einen längeren Zeitraum stark erhöhten Temperaturen während der Fahrt ausgesetzt, schwinden Konzentration und Reaktionsfähigkeit in sicherheitsrelevantem Umfang. Untersuchungen ergaben, dass eine zweistündige sommerliche Fahrt in einem nicht klimatisierten Fahrzeug den Fahrer so stark beeinträchtigen wie etwa 0,8 Promille Alkoholgehalt im Blut.

 

Kommentare zu " Hintergrund: Klimaanlagen bieten Komfort und Sicherheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wichtig ist vor allem eine Wartung und Austausch/Nachfüllen des Kältemittels R134a zumindest alle 2 Jahre. Auch sollte die Anlage ab und zu kurz eingeschaltet werden, um das Kältemittel in der Anlage kurz durchlaufen zu lassen, was den Dichtungen u. dem Kompressor zu Gute kommt.
    Viele Autofahrer glauben immer noch, dass die Klimaanlage mit den sonstigen Wartungsintervallen des Autos automatisch gekoppelt ist - dem ist aber grundsätzlich nicht so. Folgleich gehen nicht gewartete Klimaanlagen defekt - mit sehr teuren Folgen.

    Etwas "blöde" ist, dass sich nicht CO2-Kühlmittelanlagen durchgägngig durchsetzen konnten. Das Alternativmittel kann eher brennen und zu Ätzverletzungen führen; so mancher Autokunde wird auch den "Kostenschlag" treffen, denn die Wartung wird nicht billig sein, da nur relativ wenige Autos das Alternativmittel verbaut haben. Werkstätten müssen aber Servicegeräte und Ersatzgase beschaffen abrechnen/kalkulieren. Wenige Kunden heißt so auch höhere Kosten für den Einzelkunden.

    In Summe ist das Alles nicht so prickelnd.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%