Hintergrund zur IAA 2011
Das geteilte Auto wird die Städte dominieren

Der Privatwagen könnte zum Auslaufmodell in deutschen Städten werden. Dem Car-Sharing gehöre die Zukunft, sagt Experte Wolfgang Schade. Drei Fragen und drei Antworten zum Thema.
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Der Privatwagen könnte zum Auslaufmodell in deutschen Städten werden. Dem sogenannten Car-Sharing gehöre die Zukunft, in Kombination mit gemeinschaftlichen Fahrrädern und öffentlichem Nahverkehr, ist der Wirtschaftsingenieur Wolfgang Schade überzeugt. In einem Projekt hat der Leiter des Geschäftsfelds Verkehrssysteme beim Fraunhofer-Institut ISI eine Vision für nachhaltigen Verkehr in Deutschland entwickelt. Gerade junge Leute wollten heute lieber ein Smartphone als ein eigenes Auto, sagt er.

Ist das Auto in den Städten ein Auslaufmodell?

Schade: „Das private Auto ist ein Auslaufmodell. Es wird nach wie vor Autos geben, aber die Mehrzahl werden geteilte Autos sein und dadurch werden wir viel weniger Autos in den Städten haben. Car-Sharing ist eine Zwischenstufe. Eingebundene Mobilitätskonzepte mit Bike-Sharing und öffentlichem Nahverkehr sind die Zukunft.“

Was läuft im Moment falsch?

Schade: „Ich denke, dass es ein wichtiger Punkt ist, dass eine große Abdeckung da ist. Man braucht nicht zehn Stationen in einer großen Stadt, sondern an jeder Ecke eine. Die Verfügbarkeit in der Nähe der Wohnung sollte gegeben sein. Viele Systeme sind heute einfach zu klein. In einigen Städten funktioniert es, aber in anderen nicht. Da ist vielleicht der Einstieg der Autoindustrie nötig. Einige Systeme sind sicherlich auch nicht professionell genug gemanagt. Besonders gut läuft es hingegen in der Schweiz.“ Besonders junge Leute nutzen diese Angebote.

Bieten Autohersteller nicht mehr das Richtige für die jüngeren Generationen?

Schade: „Es hängt damit zusammen, dass andere Dinge für junge Leute wichtig werden, das iPhone zum Beispiel. Eigentlich sind es Kommunikationsmedien generell, für die mehr ausgegeben wird und die wichtiger werden. Früher war es wichtiger, das erste eigene gebrauchte Auto schnell zu haben, damit man mit den Freunden was machen konnte. Jetzt ist auch das ersetzt worden. Jetzt habe ich da die Möglichkeit, den Kontakt über die ganzen sozialen Netzwerke zu halten. Den Versuch, die Autos wieder zur Kommunikationszentrale zu machen, gibt es in der Premiumklasse, aber die würde ich nicht in den Autos der jungen (Fahrer) erwarten.“

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