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Historische Automobile: Welche Oldtimer besonders gefragt sind

Wer einen historischen Ferrari oder Porsche besitzt, kann sich freuen: Die fahrbaren Schätze haben in diesem Jahr deutlich an Wert zugelegt, wie der HAGI-Top-Index zeigt. Doch auch andere Marken bieten gute Geldanlagen.

von Carl Christian JanckeQuelle: Historic Automobile Group International (HAGI)
Ein Rekordergebnis von rund 11 Millionen Euro erzielte die Kurzversion dieses Ferarri 250 California Spyder im August. Auch hier gilt - weniger ist mehr. Quelle: F-Register.com
Ein Rekordergebnis von rund 11 Millionen Euro erzielte die Kurzversion dieses Ferarri 250 California Spyder im August. Auch hier gilt - weniger ist mehr. Quelle: F-Register.com

BerlinSeit Jahresanfang hat der HAGI-Top-Index der Historic Automobile Group International um 18,31 Prozent zugelegt. Monatlich notiert das Unternehmen die Wertentwicklung von 50 repräsentativ ausgewählten Fahrzeugen in vier Marktsegmenten. Besonders positiv war die Entwicklung bei historischen Ferrari, die bis Ende Oktober um fast 30 Prozent zulegten. Porsche-Fahrzeuge nahmen ebenfalls mit 15 Prozent um drei Prozentpunkte mehr zu als der langjährige Durchschnitt. Nur bei allen anderen Fahrzeugen blieb die Entwicklung mit elf Prozent knapp darunter.

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Bei der Entwicklung der Ferrari-Fahrzeuge waren die außergewöhnlichen Ergebnisse der Auktionswoche im August im kalifornischen Pebble Beach nicht allein ausschlaggebend. Dort wechselten vom 16. bis zum 19. August hochwertige Fahrzeuge im Wert von rund 180 Millionen Euro den Besitzer. Außergewöhnliche Ergebnisse erzielte etwa ein 1960iger Ferrari 250 GT LWB California Spyder, der bei Gooding 13,8 Millionen Euro erreichte. Selbst ein frisch restaurierter 1974er Ferrari Dino 246 GTS wurde für rund 377.000 Euro ersteigert. Üblicherweise liegen diese Autos zwischen 150.000 und 250.000 Euro.

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Bei der Preisentwicklung historischer Ferrari sind zwei Dinge zu beachten. In den letzten Monaten hat der HAGI-Ferrari-F-Index mit seinem überdurchschnittlichen Wertzuwachs die Entwicklung des Gesamtmarktes nachvollzogen: Der HAGI-Top-Index hat seit dem 31.12.2008 um 163,26 Prozent zugelegt, die Ferrari-Modelle liegen jetzt mit 165,62 nur knapp zwei Prozentpunkte darüber. Dies ist auch ein Indiz für die starke Volatilität der Marke. Das zeigte sich schon im HAGI-Backtest, bei dem Transaktionen seit 1980 gemessen wurden. Anfang der Neunziger Jahre gab es einen regelrechten Einbruch mehr als 50 Prozent im Gesamtmarkt, der hauptsächlich durch den Preisrückgang der Ferrari-Modelle verursacht wurde.

Damals war auch eine Finanzkrise, die in Vergessenheit geratene „Saving and Loan”-Krise in den USA war mit einer erweiterten Geldmenge und niedrigen Zinsen bekämpft worden. Vorher entstand der Ferrari-Hype seinerzeit auch durch den Tod Enzo Ferraris. Echte Ferraristi meinten, nur ein Fahrzeug, das zu seinen Lebzeiten hergestellt wurde, würde seinen Wert bewahren. Kein Irrtum, wie sich später herausstellen sollte. Ferrari produzierte seit den Neunzigern einfach zu hohe Stückzahlen. Das bestätigt auch der Betreiber von F-Register.com und Ferrari-Experte Matthias Urban. Trotzdem legten die im HAGI-Top-Index-Backtest registrierten Transaktionen im langjährigen Durchschnitt seither um mehr als 12 Prozent zu. Das schließt den Markteinbruch der frühen Neunziger mit ein. Anders gesagt: Wer in Ferrari investiert, braucht gute Nerven.

  • 11.01.2013, 15:25 Uhrfp1983

    Es handelt sich um einen Ferrari 275 GTS auf diesem Foto.
    Nicht, wie von Ihnen beschrieben als ein „Ferarri 250 California Spyder“ - man beachte auch die Schreibweise.
    Abgesehen davon wäre Ferrari 250 GT California Spyder richtig!

    Es ist leider erschreckend, dass sich der Markt und die Nachfrage nach Liebhaberfahrzeugen so weit öffnet. Enttäuschend und den Fahrzeugen nicht gerecht werdend, wie hier perfekt aufgezeigt wird.
    Ich kann nur hoffen, dass sie bei anderen Themen besser informiert sind, ansonsten müsste man ja Ihre komplette „Fachzeitschrift“ in Frage stellen.

  • 17.12.2012, 20:59 UhrGuzzi_Cali2

    Genau so sehe ich das auch. Wer versucht, Oldtimer als Wertanlage zu sehen, ohne das notwendige Herzblut mitzubringen und ohne auch gern mal mit öligen Händen dazustehen, der soll seine behandschuhten Finger bitte von den Oldies lassen. Solche Typen habe ich gefressen, denn sie machen die Oldie-Gemeinde nuttig, treiben die Preise in die Höhe und wenn es eine mehrversprechende Anlagen gibt, sind sie wieder weg und hinterlassen verbrannte Erde. Auf unserem Stand auf der Retro-Classic in Stuttgart kamen letztes Mal schon einige dieser Haifische vorbei. Nur die eigene gute Kinderstube verhindert, daß man diese Typen via A-Tritt durchs Hallendach direkt auf den Mond ballert.

  • 17.12.2012, 11:16 Uhreasyway

    Daß Renditejäger Ahnung haben von Oldtimern haben, wage ich zu bezweifeln. Aber nur zu, versenkt euer Geld.

    In meinem Bekanntenkreis sind einige Schrauber mit tollen Oldtimern. Die interessieren sich für den Marktwert überhaupt nicht. Die würden ihren Schatz nie hergeben.

    Antiquitäten und Oldtimer sind eine Geisteswissenschaft und eine Leidenschaft. Mit Geld hat das gar nichts zu tun.

    Herzlichst Konrad K.

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