Hydrogen Council

Autobranche treibt Wasserstoff-Antrieb voran

Statt aus Batterien soll der Strom fürs Elektroauto lieber aus einer Brennstoffzelle kommen. Das haben sich Autohersteller vorgenommen. Auch Energiekonzerne sollen helfen, die Technik der Politik schmackhaft zu machen.
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Ist Wasserstoff die Lösung? Autohersteller rücken Brennstoffzellen in den Vordergrund, die Wasserstoff in Strom umwandeln. Quelle: dpa
Tankstelle mit Wind-Wasserstoff

Ist Wasserstoff die Lösung? Autohersteller rücken Brennstoffzellen in den Vordergrund, die Wasserstoff in Strom umwandeln.

(Foto: dpa)

DavosEine Allianz aus Autoherstellern und anderen Weltkonzernen will dem Wasserstoff-Antrieb zum Durchbruch auf der Straße verhelfen. Daimler, BMW, der Gasehersteller Linde und zehn weitere Unternehmen haben sich zum Hydrogen Council zusammengeschlossen - der Wasserstoff-Initiative, wie sie am Dienstagabend auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mitteilten. Die Unternehmen stecken momentan zusammen pro Jahr 1,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Technik.

Wasserstoff wird in einer sogenannten Brennstoffzelle zu Strom umgewandelt, womit Elektroautos angetrieben werden. In die Umwelt gelangt dabei lediglich Wasserdampf. Gegenüber Batterien hat Wasserstoff den Vorteil, dass höhere Reichweiten möglich sind und die Betankung mittlerweile ähnlich schnell vonstatten geht wie bei Benzin- und Dieselautos.

Mit Wasserstoff auf der Autobahn
Die Zukunft fährt blau
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Der Toyota Mirai soll der erste Schritt einer Wasserstoffoffensive sein. Äußerlich haben die Designer dick aufgetragen - und der Limousine ein futuristisches Äußeres verpasst.

Ein Wassertropfen auf großer Tour
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Optisch soll der Mirai an einen Wassertropfen erinnern - betont durch die dunkelblaue Farbe. Tatsächlich wirkt das Auto im Profil sehr stromlinienförmig.

Wie ein Raumschiff auf Rädern
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Frontal kommt der Mirai deutlich schnittiger daher als alle seine Konzernkollegen. Markante, spitze Lufteinlässe, schmale LEDS-Scheinwerfer. Das wirkt grimmig und futuristisch zugleich.

Der Haken an der Sache
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Die massiven Lufteinlässe sind nicht nur optisch auffällig, sie sorgen für die Luftzufuhr der Brennstoffzelle. Um die Optik aufzuwerten, wurde viel Chrom und eine LED-Leiste verbaut.

Dezenter Hinweis
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Laien können dem Mirai nicht unbedingt ansehen, mit welchem Treibstoff er unterwegs ist. Aufschluss gibt nur die Aufschrift "Fuel Cell" , die an der Seite und am Heck angebracht wurde.

Wo ist der Auspuff?
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Am Heck sitzt sich das Dreiecksdesign fort. Eine durchgezogene Bremsleuchte und kantige Rückleuten machen den Mirai auch von hinten zum Hingucker. Nur einen Auspuff muss man suchen (Spoiler: dazu sollte man sich bücken)

Zurück in die Zukunft
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Mirai das heißt japanisch so viel wie "Zukunft". Und tatsächlich hat Toyota mit dem Modell noch große Ambitionen. Im Jahr 2030 sollen bereits 30.000 Exemplare des Mirai im Jahr verkauft werden.

Das Hydrogen Council will dabei helfen, die 2015 in Paris verabschiedeten Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen. Zu Beginn wird die Initiative vom japanischen Autobauer Toyota und dem französischen Gasehersteller Air Liquide geleitet.

„Ohne die Unterstützung von Regierungen ist dieses Projekt aber nicht möglich“, sagte Toyota-Verwaltungsratschef Takeshi Uchiyamada in Davos. Air-Liquide-Chef Benoit Potier verwies auf den Ausbau des Tankstellen-Netzes.

Bislang sind erst wenige Wasserstoff-Modelle in Großserie gegangen. Hyundai-Chef Chung Mong-koo sieht die Entwicklung aber positiv: „Es hat große Fortschritte bei der Brennstoffzellen-Technologie gegeben.“ Er sei zuversichtlich, dass die Technik schon bald konkurrenzfähig zu Benzin- und Dieselantrieben werde.

„Wasserstoff ist eine der besten Antworten auf die Frage, wie man Energie speichern kann“, sagte der Chef des französischen Multis Total, Patrick Pouyanne.

Die weiteren Mitglieder der Allianz sind der Ölkonzern Shell, der Autobauer Honda, der Motorradhersteller Kawasaki, der Energiekonzern Engie, der Rohstoffkonzern Anglo American sowie der Bahntechnik-Spezialist Alstom.

  • dpa
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