IAA: Autozulieferer entwickeln neue Bordcomputer, die Informationen von Sensoren und Kameras für den Fahrer auswerten
Nachtsicht für die Luxusautos

Bei der Vorstellung der S-Klasse hat Mercedes-Chef Dieter Zetsche eine Fähigkeit der Nobelkarosse besonders herausgestellt: Sie kann serienmäßig auch bei Dunkelheit sehen. Ein spezielles Nachtsichtgerät zeigt dem Fahrer Hindernisse, die ansonsten im Dunkeln bleiben.

FRANKFURT. So genannte "Fahrer-Assistenz-Systeme" sollen Autofahren sicherer machen. Zulieferer wie Bosch, Continental Teves oder Siemens VDO haben bereits die nächste Generation der Sicherheitstechnik im Visier. Die Techniken werden zu einem Gesamtsystem kombiniert und sollen den Autofahrer noch besser bei der Bewältigung brenzliger Situationen unterstützen.

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Nachdem sich die erste Generation der Systeme in der Praxis bewährt hat, kommen jetzt die Weiterentwicklungen in den Markt. Der Autozulieferer Bosch hat seine adaptive Abstandsregelung so optimiert, dass sie auch Geschwindigkeiten unterhalb von 30 Stundenkilometern bis zum Stillstand des Fahrzeuges automatisch regelt und dem Fahrer nervigen Stop-and-go-Verkehr erträglicher macht. Fährt der vordere Wagen wieder an, macht es den Fahrer visuell und akustisch darauf aufmerksam. Die Technik wird erstmals für den neuen Audi Q7 angeboten.

Siemens VDO zeigt in Frankfurt die nächste Generation von Nacht-sichtsystemen, deren Elektronik Fußgänger auch bei Dunkelheit erkennt. Das Infrarot-System "Night Vision" blickt - für Fahrer und Gegenverkehr unsichtbar - bis zu 150 Meter voraus und generiert ein Video-Bild, das in das Head-up-Display in der Windschutzscheibe eingeblendet wird. So erkennt der Fahrer früher, wenn sich nachts Fußgänger auf der Fahrbahn aufhalten, und kann diesen ausweichen.

"Die Wahl der Mensch-Maschine-Schnittstelle wird künftig darüber entscheiden, ob Fahrer-Assistenzsysteme vom Autofahrer angenommen werden", sagt Michael Lütz, der bei Siemens VDO die Entwicklung der Fahrer-Assistenzsysteme leitet. Das Head-up-Display eigne sich sehr gut, um die Informationen zu bündeln, die die Fahrer-Assistenzsysteme liefern.

Das Unternehmen hat sein Nachtsichtgerät bereits als Teil eines Netzwerks von Fahrerassistenten konzipiert, das das Unternehmen zur Serienreife entwickelt. "Durch Bündelung der Informationen, die Sensoren, Kameras und Radarsysteme verschiedener Assistenzsysteme liefern, wollen wir ein Optimum an Sicherheit generieren", sagt Lütz.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Continental Automotive Systems. Ein Gefahrenrechner im Fahrzeug soll die Informationen auswerten, die die vielfältigen Sensoren und Kameras im Auto erfassen, und den Fahrer über ein zentrales Assistenzsystem warnen und sichern. "Der Rechner ermittelt aus diesen Daten das Gefahrenpotenzial und initiiert in einem abgestuften Szenario verschiedene Maßnahmen um den Fahrer auf die drohenden Gefahren aufmerksam zu machen", sagt James Referat, Produktmanager bei Continental Teves.

Reagieren müsse der Autofahrer aber auch in Zukunft alleine. "Wenn eine Kollision allerdings unabwendbar ist, schließt der Gefahrencomputer in Sekundenschnelle automatisch offene Fenster und das Schiebedach und bringt Sitze und Kopfstützen in eine Position, in der Sicherheitsgurte und Airbags ihre optimale Schutzwirkung entfalten können", erläutert Remfrey.

Mehr Sicherheit

Abstandshalter:
Radarsensoren erkennen, wenn das Fahrzeug zu nah auffährt, und warnen den Fahrer durch leichte Vibrationen im Lenkrad.

Tempokontrolle:
Eine Kamera im Auto erkennt Verkehrsschilder mit Geschwindigkeitsinformationen am Straßenrand und warnt bei zu hohem Tempo.

Spurwechselassistent:
Radarsensoren erkennen, wenn sich Fahrzeuge im Toten Winkel befinden, und warnen vor dem Ausscheren.

Nachtsichtsystem:
Infrarotlicht warnt bei Dunkelheit vor Hindernissen auf der Straße.

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