IAA - Cross-Over als Gratwanderung für Autobauer
Kleine Nische, komfortabel gepolstert

Im Dickicht automobiler Modellvarianten können sich potenzielle Autokäufer heute schon mal verirren. Ob Cabrio- oder Roadster-Varianten, geländegängige SUV (Sport Utility Vehicle) oder Mischungen aus Van und Kombi: Keine Nische ist zu klein, als dass sie nicht mit immer neuen Abwandlungen besetzt würde.

HB MÜNCHEN. Auch auf der Internationalen Automobil- Ausstellung in Frankfurt (15. Bis 25. September) werden abermals die neuesten Cross-Over-Produkte aus internationalen Autoschmieden im Blickpunkt stehen, zum Beispiel Audis neuer Q7 als lange erwartete Antwort auf den SUV-Trend.

Experten sind geteilter Meinung, ob sich die Lust am Kreuzen auch langfristig für die Hersteller rechnet: "Ursprünglich markante Fahrzeugvarianten werden, weil es der Kunde angeblich will, vorsätzlich aufgeweicht", warnt beispielsweise Wolfgang Meinig von der Forschungsstelle Automobilwirtschaft der Universität Bamberg.

"Auf diese Weise werden sich zwingend Modellpaletten immer ähnlicher und verlieren das ihr eigene Profil." Das könne auf Dauer nicht nur dem Markenimage schaden, sondern auch die Margen beeinträchtigen. Während die Entwicklungs- und Produktionskosten je Fahrzeug steigen, verringere sich der Absatz je Modell, rechnet Meinig vor.

Alleine rund 440 verschiedene Karosserie-Varianten bieten die deutschen Hersteller nach Erhebungen des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer mittlerweile an, 1990 waren es noch rund 120 weniger. Ein Zurückdrehen des Trends wird es angesichts immer individuellerer Wünsche der Kunden nach seiner Überzeugung nicht geben.

Vor allem Premium-Hersteller wie BMW hätten vorgemacht, wie die Besetzung von vermeintlichen Marktnischen auch wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden könne. "Das Wachstum von BMW wäre völlig unmöglich gewesen ohne die Vielzahl von Modellen", sagt Dudenhöffer, Chef des Marktforschungsinstituts B&D Forecast.

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