IAA - Hintergrund
Fünf Jahre Vorsprung

Toyota und Honda werfen ein Hybridauto nach dem anderen auf den Markt. Die deutschen Autobauer laufen dem Trend hinterher.

Hybrid oder Diesel? Diese Frage sollte ein Wettrennen zwischen den Nobel-Geländewagen Lexus RX 400h und Mercedes ML 320 CDI klären. Veranstaltet von der Fachzeitschrift "Autobild" führte die Teststrecke in fünf Tagen von New York nach San Francisco. Am Ende brauchte der Diesel mit 9,1 Liter einen guten Liter weniger Sprit als der Lexus.

Doch so ganz fair und alltagsnah war die von Mercedes initiierte Nagelprobe nicht: Denn weil es in den USA nur Diesel mit zu hohem Schwefelgehalt gibt, musste ein Tankwagen mit passendem Diesel mitfahren. Zudem war die Strecke maßgeschneidert für den Mercedes, da 80 Prozent der Distanz über Highways mit konstantem Tempo führte, der Lexus spart vor allem im Stop-and-go-Betrieb.

» Fotostrecke:  Neuheiten auf der 61. IAA in Frankfurt

Das Dilemma der deutschen Autobauer ist offenbar: Sie wurden von dem überraschenden Hybriderfolg von Honda und vor allem Toyota schlicht überrollt. Angesichts steigender Benzinpreise heißt es jetzt: Den Rückstand schnell aufholen - auch wenn deutsche Ingenieure den Diesel immer noch für effizienter halten. Seine Energiebilanz sei besser und er schleppe beispielsweise keine schweren Batterien mit sich rum.

Alle arbeiten an Hybriden: Audi, BMW, DaimlerChrysler, Porsche, Bosch, Continental oder ZF Friedrichshafen. Doch die Geheimniskrämerei ist groß. "Wir werden in nächster Zukunft zu diesem Thema auch etwas zeigen", lässt sich Audi-Chef Martin Winterkorn entlocken. Tatsächlich werden auf der IAA so viele Hybridautos zu sehen sein wie noch nie. Doch die meisten Modelle sind Prototypen, die von der Serie noch meilenweit entfernt sind.

Derweil bauen Toyota und Honda ihren Vorsprung weiter aus. Mit freudlosen Spritsparmobilen haben die Hybridfahrzeuge nichts mehr zu tun. Der Fahrspaß steht im Vordergrund, das zusätzliche Drehmoment des Elektromotors verbessert die Fahrdynamik spürbar.

So zeigt Toyotas Luxusmarke Lexus auf der IAA in Frankfurt mit dem GS 450h den stärksten jemals in einem Serienauto angebotenen Hybridantrieb. Der Lexus protzt mit 340 PS. Im nächsten Jahr startet in den USA der dort am meisten verkaufte Camry als Hybrid, bald soll in jeder Fahrzeugklasse ein Hybrid zu haben sein. Zudem verkauft Toyota eifrig Lizenzen seiner Technik etwa an Nissan oder Ford. Konkurrent Honda zeigt in Frankfurt erstmals einen runderneuerten Honda Civic. Sein 1,3-Liter-Motor soll die Fahrleistungen eines 1,8-Liter-Triebwerks bieten - bei deutlich geringerem Verbrauch und niedrigem Schadstoffniveau.

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