IAA - Hintergrund
Nutzen geht vor Protzen

Die Autoindustrie kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage in Deutschland. Dabei haben die Hersteller nach Ansicht von Experten Frauen als Zielgruppe noch zu wenig im Blick und verschenken Käuferpotenzial. Weder bei der Entwicklung, noch in der Werbung und im Handel werde ausreichend auf Wünsche von Frauen eingegangen, urteilen sie.

HB FRANKFURT. "Frauen haben als Kundinnen - also Menschen, die Geld ausgeben wollen - das Recht, ein für sie optimales Produkt einzufordern", sagt Wolfgang Meinig, Leiter der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW). Dies werde von der Autoindustrie bis heute nicht ausreichend beherzigt. Dabei entscheiden immer mehr Frauen über den Kauf eines Autos und sind heutzutage mobil wie nie zuvor.

Vor zehn Jahren war jeder vierte Autobesitzer eine Frau, heute ist es jeder dritte, wie Doris Kortus-Schultes, Leiterin des Instituts "Frau und Auto" der Hochschule Niederrhein, berichtet. Immer mehr Frauen leben allein, sind berufstätig und müssen damit den allgemeinen Anforderungen an Mobilität Rechnung tragen.

Aber auch in Familie und Partnerschaft seien es meist Frauen, die letztlich grünes Licht zum Kauf geben, sagt die Marketing-Expertin. "In der Werbung springt die Autoindustrie aber ohne Not an der Zielgruppe Frauen vorbei."

Über die Werbung entschieden bei den Autokonzernen überwiegend Männer, fügt Kortus-Schultes hinzu. Technische Details, die mehr das Interesse der Männer wecken, würden meist im Vordergrund stehen, ergänzt Ferdinand Dudenhöffer vom Gelsenkirchener Center Automotive Research.

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