IAA
Hohe Spritpreise verbessern Chancen für sparsame Motoren

Autofahrer ärgern sich derzeit über beinahe täglich steigende Benzinpreise. Aus Sicht von Umweltschützern hat der hohe Spritpreis aber ein Gutes: Damit rückt zur Autoschau IAA im September in Frankfurt die Frage nach sparsameren Motoren nach Jahren wieder in den Blickpunkt.

HB FRANKFURT. Die für ihre Ingenieurskunst oft gerühmten deutschen Autobauer sind bei dem Thema zuletzt ins Hintertreffen geraten.

Der japanische Konkurrent Toyota feiert dagegen in den USA Absatzrekorde mit seinem sparsamen Hybrid-Modell Prius und hat nun den Wachstumsmarkt China im Blick. Toyota plant zehn neue Modelle mit der Kombination aus Elektroantrieb und klassischem Verbrennungsmotor, um den Jahresabsatz der Hybridautos von 300.000 auf eine Million binnen zehn Jahren zu schrauben. Auch Honda verkauft bereits Hybrid-Autos.

Deutsche Hersteller wollen jetzt teils in Kooperation wie DaimlerChrysler mit dem US-Konzern General Motors aufholen, werden aber vor 2007 kein serienreifes Modell zur Verfügung haben. Marktführer Volkswagen sucht noch Partner, im Gespräch war Porsche. Der Sportwagenbauer will zur IAA konkrete Schritte in die Hybrid-Technologie vorstellen. Der Zulieferer Bosch bietet Hybrid-Komponenten ebenso nicht vor 2007 an.

Deutsche Hersteller derzeit im Hintertreffen

"Der Hybrid-Motor wird etwas überschätzt", schränkt Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft (Nürtingen) ein. "Denn er verbraucht nicht viel weniger Kraftstoff als ein moderner Dieselmotor, den deutsche Hersteller maßgeblich vorangebracht haben." In Europa, wo Dieselautos sehr akzeptiert seien, werde der Hybridantrieb die Ausnahme bleiben. Auf den wichtigen Absatzmärkten Nordamerika und Asien mit geringer Dieselakzeptanz sehe es allerdings anders aus. "Deshalb müssen sich die deutschen Hersteller schnell auf die Beine machen, um ihren Rückstand aufzuholen", mahnt Diez.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) setzte den Toyota Prius jüngst auf Platz eins der jährlichen Liste umweltfreundlicher Fahrzeuge. Nur ein heimisches Modell schaffte es unter die ersten Zehn. Denn sparsame Dieselmotoren, auf die deutsche Autobauer bisher setzen, werden nur berücksichtigt, wenn sie serienmäßig mit Rußpartikelfiltern ausgestattet sind.

Gegen deren Zwangseinführung durch die Politik haben sich deutsche Autobauer lange Zeit gewehrt. Peugeot-Citroen dagegen steigerte mit dem frühen Einbau der Filter seine Verkaufszahlen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) räumt ein, dass die deutschen Hersteller die Hybrid-Technologie bisher nicht forciert haben. "Bisher sind wir davon ausgegangen, dass am Ende aller Entwicklungen der Wasserstoffmotor steht. Darauf haben wir alles konzentriert", sagt VDA-Präsident Bernd Gottschalk.

Heute sei der Fächer alternativer Antriebe viel breiter. Die Deutschen müssten nicht alles zuerst machen. Mittlerweile stamme bei acht von zehn Dieselautos der Rußfilter aus hiesiger Produktion.

BMW-Chef Helmut Panke gibt sich beim Hybrid-Motor weiterhin skeptisch. In fünf bis acht Jahren werde wohl jeder Hersteller ein solches Fahrzeug anbieten, sagt er. Doch halte er diese Autos nur im Stadtverkehr für geeignet. Bei langsamerer Fahrt nutzt das Auto den Elektromotor, dessen Batterien sich bei jedem Bremsvorgang aufladen. Auf Landstraßen und Autobahnen liefert der Benzin- oder Dieselmotor deutlich mehr Leistung.

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