IAA in Frankfurt
Kommentar: Alte Stärken, alte Schwächen

Wieder einmal trifft sich die automobile Welt auf der IAA in Frankfurt. Die Autos sind dabei erneut ein bisschen größer, etwas teurer, auf jeden Fall aber schneller und stärker geworden. Das gilt zumindest für diejenigen Modelle, die im Rampenlicht der weltweit bedeutendsten Automesse präsentiert werden.

Wie so oft anlässlich großer Messen mit hoher Branchenbedeutung stellt sich die Frage nach dem Trend. Den sucht man aber in Frankfurt vergebens. Dass die großen schweren Brummer wie der Audi Q7 und die neue S-Klasse ein Trend werden, verhindern schon die hohen Einstiegspreise in die automobile Luxusklasse.

Dass die Hostessen und Models diesmal etwas weniger Haut zeigen, die Hersteller teilweise alte Messestände recyceln und bei diesen nicht mehr ganz so laut protzen wie noch vor zwei oder vier Jahren, hat nur wenig mit neuer Bescheidenheit zu tun. Man passt das Marketing halt den aktuellen Entlassungs- und Standortverlagerungs-Debatten an.

Sollten angesichts rekordverdächtiger Spritpreise und angespannter Konjunktursituation nicht "vernünftige" Autos im Vordergrund stehen? Sicher, es gibt sie, die vernünftigen Erdgas-, Flexi-Fuel- und Salatöl-Betriebenen, doch muss man sie in Frankfurt auch in diesem Jahr mit der Lupe suchen.

Ein aktueller Vorwurf von Branchenexperten lautet, dass die deutschen Hersteller alte Stärken in der Premiumklasse zu stark betonen. Bei wichtigen Zukunftsthemen wie einem marktfähigen Hybrid-Antrieb hat längst die Konkurrenz aus Japan die Führungsrolle auf wichtigen Exportmärkten übernommen.

In Frankfurt bemüht sich die Branche derzeit um Schadensbegrenzung. Man möchte nicht den Eindruck erwecken, ein wichtiges Thema verschlafen zu haben. Eifrig werden neue nationale und globale Allianzen zum Thema Hybrid geschmiedet und vermeldet. Dass eigentlich die Deutschen die Erfinder des kombinierten Elektro-Benzin-Antriebs sind, wird in dem Zusammenhang gerne betont. Doch erfolgreich vermarktet haben das Konzept schließlich Toyota und Honda.

Schon beim Thema Diesel-Rußfilter hat man ähnliches erlebt. Peugeot fuhr den deutschen Herstellern mit serienmäßig eingebauten Partikelfiltern davon, der Nachholbedarf der heimischen Ausrüster ist immer noch riesig.

Sicher, die deutsche Autobranche ist stark in der Ingenieurleistung, sprich Entwicklung. Doch dass beim Thema Hybrid der Vorsprung der Konkurrenz schnell aufgeholt werden wird, darf bezweifelt werden. So wird der erste "Hybride" von Volkswagen kaum vor 2010 fit für den Massenmarkt sein.

» Bildergalerie:  Neu, zukunftsweisend und nicht in Serie: Die aufregendsten Concept Cars und schönsten internationalen Designstudien.

» Fotostrecke:  Neuheiten auf der 61. IAA in Frankfurt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%