IAA
Von Aufbruchstimmung keine Spur

Wie bestellt ziehen vor der Internationalen Automobil-Ausstellung die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland deutlich an. Doch von Festlaune kann vor der weltgrößten Automesse in Frankfurt keine Rede sein.

HB HAMBURG. Die 61. IAA (15. bis 25. September) gibt den Herstellern zwar eine große Bühne, ihre neuen Modelle im Glitzer des Scheinwerferlichts zu präsentieren. Den Konzernen ist aber längst bewusst, dass ihnen die 2005 erstmals seit langem wieder anziehenden Verkaufszahlen alleine nicht helfen werden, die ruinöse Preisschlacht zu überstehen.

Dazu müssen die Kosten noch stärker heruntergefahren werden als bisher. Die Schließung einzelner Werke ist kein Tabu mehr in der Branche, in der es seit über einem Jahrzehnt nur bergauf gegangen war. Verschärft wird die Lage durch den anhaltend niedrigen Dollarkurs, der die Renditen der Hersteller merklich schmälert.

"Jubel-Arien hören Sie in der Branche kaum noch. Die Hersteller spüren, dass sie mit neuen Modellen nicht mehr so erfolgreich sind wie in der Vergangenheit, als der Markt noch kräftiger gewachsen ist", sagt Helmut Becker, Leiter des Instituts für Wirtschaftsanalyse in München.

Für 2005 erwartet der Branchenverband VDA 3,3 Millionen Neuzulassungen in Deutschland, nur geringfügig mehr als im vergangenen Jahr.

Wenn Konsumenten sparen müssen, hilft das Modellfeuerwerk wenig. Deutsche Autos gelten besonders im Vergleich zur japanischen Konkurrenz als zu teuer. Wenn es nicht gelinge, den Passat im Werk Emden zu Kosten zu produzieren, die einen profitablen Export in die USA ermöglichen, könne es "langfristig keine Zukunft für diese Art Produktion in Europa geben", beschrieb VW-Chef Bernd Pischetsrieder jüngst das Problem.

Europas größter Autobauer geht auch in diesem Jahr wegen Fehlern in der Modellpolitik und negativen Währungseffekten auf dem wichtigen Nordamerika-Markt von hohen Verlusten aus und erwartet 2006 dort noch immer keine Verbesserung.

Daher sollen die Kosten weiter drastisch reduziert werden. Der von DaimlerChrysler als Sanierer zu VW gewechselte Wolfgang Bernhard drängt die Belegschaft seit Wochen zu Zugeständnissen. Durch eine angestrebte Produktivitätssteigerung könnte Personal eingespart werden - aber keineswegs zum Nulltarif. Die im vergangenen Jahr abgegebene Job-Garantie bis 2011 schließt Kündigungen aus. Somit bleiben nur teure Vorruhestandsregelungen und Abfindungen.

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